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Flüchtlingskrise: Milliardenkosten und Gewalt in Suhler Asylantenheim

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Flüchtlingskrise: Milliardenkosten und Gewalt in Suhler Asylantenheim

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Die Versorgung und Unterbringen von Flüchtlingen wird Deutschland in diesem Jahr wohl um die acht Milliarden Euro kosten. Davon geht der Deutsche Landkreistag aus. Pro Asylbewerber sind das also rund 10.000 Euro.

Bis Jahresende werden gut 800.000 Asylanträge erwartet. Zu viele, sagte jetzt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Deutschland könne langfristig nicht jedes Jahr 800.000 Asylbewerber aufnehmen. Andere EU-Staaten müssten mehr Migranten aufnehmen. Ansonsten müsse die Reisefreiheit in Europa eingeschränkt werden.

Der Landkreistag sprach sich gegenüber der dpa für eine “dauerhafte Lastenverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen” aus.

Unterdessen kam es in einem überbelegten Flüchtlingsheim im thüringischen Suhl zu stundenlangen Gewalttätigkeiten zwischen den Bewohnern, 17 Personen wurden verletzt. Auslöser soll eine Koranschändung gewesen sein. Ein Afghane soll Seiten aus einem Koran gerissen und in die Toilette geworfen haben. Daraufhin sei er von Dutzenden Muslimen attackiert worden. 120 Polizisten sowie Sanitäter und Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Migranten schlugen mit Eisenstangen um sich, sie warfen Steine, Betonklötze und Möbel. Mehrere Polizeiautos sowie Einrichtungen des Heims wurden stark beschädigt.

Suhls Oberbürgermeister Jens Triebel (parteilos) forderte die rot-rot-grüne Landesregierung zum Einschreiten auf. Bei dem Gewaltausbruch sei “eine rote Linie massiv überschritten worden”, sagte der Migrationsminister. Das müsse Konsequenzen haben. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sprach sich bei MDR Info für getrennte Flüchtlingsunterkünfte für verschiedene Ethnien aus, um ähnliche Eskalationen zu verhindern.

Nach den Auseinandersetzungen in Suhl haben am Donnerstagabendetwa 600 Menschen gegen die Unterkunft demonstriert. Die Anmeldung zu der Kundgebung sei aus der rechten Szene gekommen, so die Polizei. Oberbürgermeister Triebel hatte es zuvor als unerträglich bezeichnet, dass rechte Gruppierungen versuchten, die Vorfälle in dem Heim zu instrumentalisieren.