Eilmeldung

Eilmeldung

Dismaland: Vergnügen verboten

Im “Dismaland” ist alles ein bisschen anders als in “normalen” Vergnügungsparks. Keine Zuckerwatte, keine immer größeren, immer spektakuläreren

Sie lesen gerade:

Dismaland: Vergnügen verboten

Schriftgrösse Aa Aa

Im “Dismaland” ist alles ein bisschen anders als in “normalen” Vergnügungsparks. Keine Zuckerwatte, keine immer größeren, immer spektakuläreren Achterbahnen, keine verordnete gute Laune. In Weston-super-Mare ist es gewollt “dismal”, trostlos also.

Der Badeort am Bristolkanal im Südwesten Englands ist nicht St. Tropez, und das “Dismaland” auch vielmehr Freiluftkunsthalle als Freizeitpark. Der britische Künstler Banksy steckt dahinter, stellt aber auch Werke von Kollegen aus, mehr als 50 aus 17 Ländern haben beigetragen.

Dismaland: Banksy's theme park

“Suchen Sie nach einer Alternative zur seelenlosen, zuckerüberzogenen Banalität eines ganz normalen Familienausfluges?”, fragen die Macher in der “Dismaland”-Broschüre. Wer mit Ja antwortet, sollte nach Weston-super-Mare fahren, meinen die Betreiber. Der Anti-Vergnügungsparks bietet jeden Tag 4.000 Eintrittskarten je drei Pfund (rund vier Euro) an, dafür gibt es mal Gesellschaftskritisches, mal Absurdes, mal gewollt Häßliches, mal Erstaunliches, mal Gewagtes, mal Provozierendes, mal Unflätiges, mal krampfhaft Künstlerisches. Was für die einen Kunst ist, ist für die anderen Schrott und was für die einen Schrott ist, ist für die anderen Kunst. Das “Dismaland” will sich bewusst, nein, sehr bewusst von den Disney-Parks und seinen Plagiaten abheben, will den Gegenentwurf liefern, nimmt die Geldmaschine Freizeitpark aufs Korn – und steckt nebenbei ein paar Pfund ein.

Dass sich Banksy in seinem Reich zu erkennen geben wird, ist nicht zu erwarten, der Brite ist öffentlichkeitsscheu. Es ist nicht mal sicher, wie er mit richtigem Namen heißt, viele Vermutungen zielen in Richtung Robert oder Robin als Vorname. Auch über den Nachnamen wird spekuliert. Banksys Werke sind mal in Ausstellungen, mal aber auch einfach an der nächstbesten Hauswand zu sehen.