Eilmeldung

Eilmeldung

Sollten Menschen zum Mars fliegen?

Sie lesen gerade:

Sollten Menschen zum Mars fliegen?

Schriftgrösse Aa Aa

Der erste menschliche Blick auf den Roten Planeten) würde eine neue Ära in der Wissenschaft einläuten. Technisch ist die Mission durchführbar. Die

Der erste menschliche Blick auf den Roten Planeten) würde eine neue Ära in der Wissenschaft einläuten. Technisch ist die Mission durchführbar. Die Frage bleibt: Sollten wir Menschen zum Mars schicken? Viele sind daran interessiert, einschließlich ESA Alexander Gerst:

Meinung

Der Mensch wird zum Mars fliegen, da bin ich ganz sicher.

“Der Mensch wird zum Mars fliegen, da bin ich ganz sicher.Man muss nur in der Menschheitsgeschichte zurückblicken, um das zu wissen. Sobald wir gelernt hatten, Schiffe zu bauen, sind wir damit nicht nur zur nächsten Insel, sondern bis über den Horizont gesegelt.”

Das Problem ist die lange Reise. Der Abstand zwischen Erde und Mars schwankt zwischen 56 und 401 Millionen Kilometern, abhängig von den jeweiligen Standpunkten der Planeten auf ihren Umlaufbahnen zur Sonne.

“Mit der heutigen Technologie würde eine Mission hin zum Mars und wieder zurück rund drei Jahre dauern. Es würde acht bis zehn Monate dauern, um hinzufliegen. Dann müsste man auf günstige Positionen der Planeten warten, um schnell zurückzukommen. Die Crew könnte ein Jahr auf dem Mars bleiben, vielleicht ein bisschen länger. Dann bräuchten sie wieder acht bis zehn Monate für die Rückkehr”, so der französische Ingenieur Romain Charles.

2011 nahm er am Mars-500-Projekt teil, bei dem eine Hin- und Rückfahrt zum Roten Planeten simuliert wurde. Charles gibt uns einen Überblick über die größten Herausforderungen:

“Über die technischen Schwierigkeiten hinaus, die wir heutzutage überwinden könnten, gibt es Herausforderungen, die die Astronauten betreffen. Vor allem die folgenden drei Punkte: Die kosmische Strahlung, wie schützt man Menschen davor? Das Zweite ist die Schwerelosigkeit. Was kann man gegen die Auswirkungen tun, damit die Astronauten effizient arbeiten können, sobald sie auf dem Mars ankommen. Und das Dritte ist die psychologische Seite: Wie kann man sicherstellen, dass die Astronauten so eine lange Reise ertragen?”

Der Psychologe der deutschen Weltraumorganisation Bernd Johannes entwickelte Trainingsprogramme für Langzeit-Weltraumflüge. Er betont die Wichtigkeit von guter Teamarbeit:

“Wenn Menschen zum Mars fliegen, wird das nicht ein einzelner Astronaut, sondern eine Mannschaft sein. Und die Crew hängt von den Beziehungen zwischen den Mitgliedern ab. Das ist einer der wichtigsten Faktoren, der über den Erfolg oder Misserfolg der Marsmission entscheiden kann.”

Trotz der Risiken für Körper und Geist, die diese lange Reise für Menschen bedeutet, sind Astronauten wie Alexander Gerst, der bereits länger auf der Weltraumstation ISS gelebt hat, für eine Marsmission:

“Wir Menschen sind seit Millionen von Jahren Entdecker. Seit 50 Jahren fliegen wir in den Weltraum. Wir stehen also ganz am Anfang dieser neuen Technologie, diesem neuen Zeitalter der Entdeckung.”

Roboter gibt es bereits auf dem Mars. Sie erforschen den Planeten und sammeln Proben und Daten für die Wissenschaftler auf der Erde. Offen bleibt die Frage, ob Nutzen und Risiken einer Marsmission sich wirklich in der Waage halten.