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Zehn Jahre nach Hurrikan Katrina: So steht es um New Orleans

Wer an New Orleans denkt, der denkt an Musik – an Jazz und Ragtime. Und an eine der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten

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Zehn Jahre nach Hurrikan Katrina: So steht es um New Orleans

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Wer an New Orleans denkt, der denkt an Musik – an Jazz und Ragtime. Und an eine der schwersten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Vor zehn Jahren fegte Hurrikan Katrina über den Südosten der USA und hinterließ eine Spur der Verwüstung. New Orleans war besonders schwer betroffen.

Nicht überall wurden die Schäden so schnell beseitigt wie im French Quarter, wo sich die Touristen tummeln. Lower Ninth Ward ist eines der ärmsten Viertel der Stadt. Heute, zehn Jahre danach, leben hier nur 34 Prozent der Bewohner wieder in ihren Häusern.

Errol Joseph baut seines mit Hilfe von Freiwilligen auf. Er sagt, die Behörden hätten ihm nur Schwierigkeiten bereitet. “Ist das so, weil wir schwarz sind?”, fragt er. “Sagen Sie es mir”, so der Reporter. “Es ist, weil wir schwarz sind”, meint Joseph.

Rund 80 Prozent der Stadt waren vor zehn Jahren überschwemmt. Es kam zu Plünderungen, die Gesundheitsversorgung brach zusammen. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Steve Robinson und sein Vater haben ihr Haus wieder aufgebaut, doch sie fordern die Verwaltung auf, das Geld nicht nur in die Vorzeigestadtteile zu stecken.

“Ich würde dem Bürgermeister sagen, sich mehr auf diesen Stadtteil und die Vororte zu konzentrieren, denn die Stadt besteht nicht nur aus Superdome und French Quarter. Ja, da ist das meiste Geld, doch was ist mit den Leuten, die in der Stadt und in der Umgebung leben? Was ist mit uns?”, so Robinson.

Dort, wo vor zehn Jahren einer der Dämme brach, ist heute ein Freilichtmuseum, das Touristen die Geschichte der Katastrophe erzählt.

“Die Menschen wollen verstehen, was hier passiert ist, obwohl es zehn Jahre her ist. Das freut uns, denn die Überlebenden haben es verdient, dass jeder die Fakten kennt und dass jeder weiß, dass wir wegen baulicher Fehler und nicht wegen Mutter Natur überschwemmt wurden”, sagt die Initiatorin Sandy Rosenthal.

Die Wetlands von Louisiana, eine Seenlandschaft südlich der Stadt, bildeten einst einen natürlichen Flutschutz. Der Bau von Kanälen, die Öl- und Gasindustrie sowie die Entsorgung von Abwasser haben das Ökosystem schwer beschädigt. Das gilt als einer der Faktoren, weshalb Hurrikan Katrina derartig verheerende Folge für New Orleans hatte.

“Seit wir die Entschädigungszahlungen für die Ölkatastrophe bekommen haben, können wir die Sanierung der Küste umsetzen. Es ist eine traurige Gelegenheit, aber auch eine einzigartige, die uns sehr hilft”, so Alisha Renfro von der Naturorganisation ‘National Wildlife Federation’.

Im April 2010 hatte die Explosion auf einer Bohrinsel eine Ölpest im Golf von Mexiko ausgelöst. Das Energieunternehmen BP war deshalb zu einer Milliardenstrafe verurteilt worden.