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Ansturm auf die belgische Einwanderungsbehörde

Bereits am frühen Morgen warten Hunderte von Migranten vor der belgischen Einwanderungsbehörde in Brüssel. Die Registrierung als Flüchtling ist

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Ansturm auf die belgische Einwanderungsbehörde

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Bereits am frühen Morgen warten Hunderte von Migranten vor der belgischen Einwanderungsbehörde in Brüssel. Die Registrierung als Flüchtling ist Voraussetzung für ein Dach über dem Kopf und Hilfe. Weil die Behörden außerstande sind, mit dem wachsenden Zustrom fertig zu werden, haben viele Menschen die Nacht auf der Straße verbracht.

Meinung

So haben wir uns Europa, von dem wir viel gehört hatten, nicht vorgestellt

“Ich bin gestern angekommen und habe auf dem Boden geschlafen”, berichtet Achmed, der aus dem Irak stammt. “Es gab weder Wasser, noch etwas zu essen. So haben wir uns Europa, von dem wir viel gehört hatten, nicht vorgestellt.” Einen ganzen Monat schon dauert der Ansturm an.

“Ausnahmsweise gibt es zwei Reihen. In der einen warten jene, die bereits gestern eingetroffen sind und heute ihren Asylantrag registrieren lassen wollen”, erläutert unser Korrespondent Loic Verheyen. “In der zweiten Reihe stehen die Menschen an, die soeben eingetroffen sind und die sich möglicherweise bis morgen gedulden müssen.”

Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien, dem Irak, aus Afghanistan, Somalia und aus Eritrea. Die Tore zum Schengen-Raum bilden die Küsten Griechenlands und Italiens sowie die Grenze zwischen Serbien und Ungarn.

Das sogenannte Dublin-Abkommen sieht vor, dass Migranten den Asylantrag in dem EU-Land stellen, in dem sie eingereist sind. Das funktioniert jedoch nicht, wie Tristan Wibault von der belgischen Menschenrechtsliga erklärt: “Die Migranten streben bestimmte Länder an, sie wollen zu ihren Angehörigen oder zu Bekannten. Diese Fälle sieht das Dublin-Abkommen nicht vor.”

Rund 280.000 Migranten wurden im vergangenen Jahr in der EU registriert, in diesem Jahr sind es bereits 340.000. Deutschland schickt Menschen aus Syrien nicht mehr in die Länder zurück, in die sie eingereist sind. Die Flüchtlingsproblematik steht auf der Agenda der Westbalkan-Konferenz, die an diesem Donnerstag in Wien beginnt.