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"Verfaulte Grenze": Kolumbien und Venezuela im Clinch

Die Wellen schlagen hoch im Grenzstreit zwischen Kolumbien und Venezuela. Nachdem vergangene Woche venezolanische Soldaten während einer Operation

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"Verfaulte Grenze": Kolumbien und Venezuela im Clinch

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Die Wellen schlagen hoch im Grenzstreit zwischen Kolumbien und Venezuela. Nachdem vergangene Woche venezolanische Soldaten während einer Operation gegen Schmugglerbanden angegriffen worden waren und Schussverletzungen erlitten hatten, verhängte Präsident Nicolás Maduro in Teilen des Bundesstaates Táchira den Ausnahmezustand und ließ Grenzabschnitte schließen.

Die Grenze zwischen den beiden Staaten gilt als eine der durchlässigsten in Südamerika. Die venezolanische Regierung wirft Kolumbien vor, Schmuggler und Drogenbanden gewähren zu lassen und sie nicht am Grenzübertritt zu hindern.

“Wir brauchen eine neue Grenze”, sagt Maduro. “Die jetzige Grenze ist verfault, sie ist verfault. Wir sind Opfer des Kapitalismus – der rechten, paramilitärischen Variante des Kapitalismus nach kolumbianischer Art.”

Maduros Amtskollege, Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos, entgegnete, er setze auf Diplomatie und Dialog.

“Dies ist nicht der Moment für Kriegsgeschrei, wie es manche hören wollen”, so Santos. “Es ist die Zeit, gewissenhaft, aber zugleich rücksichtsvoll und effektiv zu arbeiten, um die Situation in Ordnung zu bringen und zuallererst, um das Leben und die Würde unserer Landsleute zu verteidigen.”

Die venezolanische Regierung hat Kolumbien auf ihre Liste der Länder gesetzt, die sie als äußere Staatsfeinde betrachtet. Bei Hausdurchsuchungen wurden kolumbianische Staatsbürger, die sich ohne gültige Papiere in Venezuela aufhielten, festgenommen und abgeschoben. Zudem beschlagnahmten die Sicherheitskräfte mutmaßliches Schmuggelgut. Kolumbiens Präsident kritisierte das Vorgehen und forderte den Nachbarstaat auf, die Rechte seiner Landsleute nicht zu verletzen.