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Migrantentragödie in Österreich: LKW mit bis zu 50 verwesten Leichen an Autobahn abgestellt

Nach dem Fund eines Kühllastwagens mit zahlreichen Leichen von Migranten im Burgenland hat die österreichische Polizei eine Großfahndung nach den

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Migrantentragödie in Österreich: LKW mit bis zu 50 verwesten Leichen an Autobahn abgestellt

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Nach dem Fund eines Kühllastwagens mit zahlreichen Leichen von Migranten im Burgenland hat die österreichische Polizei eine Großfahndung nach den Schleppern eingeleitet, die den Lastwagen auf einem Pannenstreifen der Autobahn A4 abgestellt hatten. Als die Polizei die Ladefläche inspizierte, bot sich ihr ein grausames Bild. Zahlreiche zum Teil verweste Leichen. Der Polizeidirektor des Burgenlandes, Hans Peter Doskozil, sprach von bis zu 50 Toten. Dies könne aber erst bestätigt werden, wenn die Forensiker den Lastwagen in einer gesicherten Umgebung untersucht hätten.

Das Fahrzeug wurde inzwischen abgeschleppt. In der Nacht soll es in Anwesenheit des ermittelnden Staatsanwaltes geöffnet und die Leichen geborgen werden.

Die österreichische Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach von einem “dunklen Tag”: “Diese Tragödie macht uns alle betroffen. Schlepper sind Kriminelle. Und wer jetzt noch immer meint, dass es sanftmütige Fluchthelfer sind, dem ist nicht zu helfen”, sagte Mikl-Leitner, die sich zufällig im Burgenland aufhielt. Mikl-Leitner kündigte einen verschärften Kampf gegen Schleuser an. Dieser müsse aber auch in den anderen EU-Staaten erfolgen.

Eine “europäische Lösung” des Migrantenproblems forderte auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Am Rande der Westbalkan-Konferenz zeigte sie sich bestürzt.

“Wir sind alle erschüttert von der entsetzlichen Nachricht. Das waren Menschen, die auf dem Weg waren, um mehr Sicherheit und Schutz zu suchen und dabei einen so tragischen Tod erleiden mussten”, sagte Merkel in Wien. Die Tragödie sei eine Mahnung an Europa, die Migrationsprobleme schnell und im europäischen Geist der Solidarität anzugehen und Lösungen zu finden.

Der Lastwagen stand mindestens seit Mittwoch in der Pannenbucht unweit der ungarischen Grenze. Nach Angaben der ungarischen Behörden war er auf einen rumänischen Staatsbürger aus Kecskemét in Zentralungarn zugelassen.

Die Polizei geht davon aus, dass die Personen im LKW schon seit eineinhalb bis zwei Tagen tot sind.