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Frankreichs Außenminister kritisiert Grenzzaun in Ungarn scharf

Die Fertigstellung des 175 Kilometer langen Grenzzauns zwischen Ungarn und Serbien steht sinnbildlich für den Graben innerhalb der Europäischen Union

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Frankreichs Außenminister kritisiert Grenzzaun in Ungarn scharf

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Die Fertigstellung des 175 Kilometer langen Grenzzauns zwischen Ungarn und Serbien steht sinnbildlich für den Graben innerhalb der Europäischen Union beim Thema Flüchtlingspolitik.

Meinung

Werte werden mit der Errichtung von Zäunen nicht respektiert

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius kritisierte das Vorgehen des EU-Partners Ungarn scharf.

Deutschland zeige hier beherztes Verhalten und Frankreich stehe an seiner Seite.

“Aber Europa muss insgesamt seine Verantwortung übernehmen”, sagte Fabius in einem Interview. Und weiter:

“Wenn ich sehe, dass einige Länder in Europa die Verteilung von Asylbewerbern nicht akzeptieren, dann finde ich das skandalös. Skandalös.”

Journalist: “Welche Länder in Europa sind das?”

Fabius: “Vor allem Länder, die sich im Osten Europas befinden.”

Journalist: “Ungarn, zum Beispiel, wie denken Sie über das, was dort passiert?”

Fabius: “Ich empfinde das Vorgehen als sehr schwierig und hart. Ungarn ist ein Teil von Europa, ein Europa der Werte und diese Werte werden mit der Errichtung von Zäunen nicht respektiert.”

Deutschland, Frankreich und Großbritannien beantragten ein Sondertreffen der EU-Innen- und Justizminister innerhalb von zwei Wochen.

Die drei Länder dringen auf die einheitliche Festlegung sogenannter sicherer Herkunftsstaaten und den Aufbau von Registrierungszentren für Flüchtlinge in Südeuropa bis spätestens Ende des Jahres.

Fabius sagte:

“Man kann Europa vorwerfen, nicht schnell genug nach Lösungen gesucht zu haben, das ist wahr. Lösungen existieren nur auf dem Papier und müssen jetzt umgesetzt werden.”

Der Konflikt um die Flüchtlings- und Asylpolitik innerhalb der Europäischen Union könnte noch an Schärfe zunehmen.

Regierungsvertreter aus mehreren EU-Staaten wehrten sich am Wochenende gegen Forderungen, ihre Länder sollten mehr Flüchtlinge aufnehmen und Voraussetzungen für ein einheitliches europäisches Vorgehen schaffen.