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Proteste gegen Zerstörung eines historischen Mephistopheles-Reliefs in St. Petersburg durch orthodoxe Extremisten

Eine ultraorthodoxe Gruppe hat in St. Petersburg ein gut hundert Jahre altes Relief zerstört, das Mephistopheles zeigte. Mehr als tausend Menschen haben am Sonntag in St. Petersburg gegen diesen Akt d

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Proteste gegen Zerstörung eines historischen Mephistopheles-Reliefs in St. Petersburg durch orthodoxe Extremisten

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Eine ultraorthodoxe Gruppe hat in St. Petersburg ein gut hundert Jahre altes Relief zerstört, das Mephistopheles zeigte. An dem historischen Gebäude im Zentrum klafft nun seit vergangener Woche ein Loch. Die Extremisten bezeichneten das Relief als eine “offene Anbetung des Teufels”, die im Widerspruch zu den Lehren der Kirche stehe.

Meinung

""Es gibt auch viele Kirchen, die mit Statuen von Dämonen und Wasserspeiern, sogenannten Gargoylese, verziert sind. Die zerstört aber keiner.""

Mehr als tausend Menschen haben am Sonntag in St. Petersburg gegen diesen Akt der Zerstörung protestiert. Die Demonstranten trugen Schilder mit Aufschriften wie “Hände weg von der Kunst” und “Rettet unser St. Petersburg”.

“Es gibt auch viele Kirchen, die mit Statuen von Dämonen und Wasserspeiern, sogenannten Gargoylese, verziert sind. Die zerstört aber keiner. Das Relief kann nicht mal restauriert werden, da es keine Kopie gibt. Die Täter müssen für diesen Akt des Vandalismus entsprechend der Gesetzte verurteilt werden”, sagte die Demonstrantin Alena Laskarunskaya.

Diese Tat schürt die Sorge vor einer zunehmenden religiösen Intoleranz in Russland, denn es ist keine Einzelne.
Erst am 14. August hatten rechtskonservative Aktivisten der ultraorthodoxen Bewegung “Wille Gottes” eine Kunstausstellung in der Moskauer Manege Museum angegriffen und mehrere Skulpturen zerstört, weil sie die Gefühle der Gläubigen durch die dort gezeigten Kunstwerke verletzt sahen.

Mehr zu dem religiösen Kunstvandalismus in Russland hier