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Flüchtlingshelfer wünschen sich mehr Unterstützung

Der Tod von 71 Flüchtlingen in einem Lastwagen hat Österreich aufgeschreckt. Die Schicksale der Menschen und ihre Tragödie scheinen etwas stärker ins

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Flüchtlingshelfer wünschen sich mehr Unterstützung

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Der Tod von 71 Flüchtlingen in einem Lastwagen hat Österreich aufgeschreckt. Die Schicksale der Menschen und ihre Tragödie scheinen etwas stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt zu sein. „Bisher waren es einfach nur irgendwelche Menschen, die im Mittelmeer ertrunken sind, weit weg von uns. Jetzt sehen viele, welche Katastrophe sich direkt vor unserer Haustür abspielt“, sagt ein Sprecher der Initiative „Flüchtlinge Willkommen“.

Es geht schon längst nicht mehr nur ums Helfen an sich. Die politische Dimension der Flüchtlingskrise ist für die Aktivisten mindestens genauso wichtig. „Es gibt keine illegalen Menschen. Es ist für mich das Schlimmste an der ganzen Geschichte, dass Menschen hier wie Tiere behandelt werden, hinter einem Zaun gesteckt und gefüttert.”

Am Wiener Westbahnhof haben die Helfer eine Art Erstversorgungstation aufgebaut. Die Flüchtlinge hier sind auf dem Weg über Ungarn gekommen. Die meisten wollen weiter, viele nach Deutschland.

In Berlin versorgen Organisationen wie Moabit hilft die Menschen. Hunderte warten alleine vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales auf Hilfe. Viele Flüchtlinge warten mehrere Tage, bis sie ihr Anliegen vortragen können. Die Helfer kümmern sich in dieser Zeit vor allem um die Kinder. Ärzte und Arzthelfer melden sich, um die kranken Flüchtlinge zu versorgen.

„Ich hatte eh Urlaub, glücklicherweise, das kam ganz günstig zusammen“, sagt die Medizinerin Dinah Laubisch. „Viele Kollegen haben aber auch explizit jetzt Urlaub genommen für diese Situation oder sind selbstständig, schaufeln sich zwischendurch immer ein paar Stunden frei, kommen nach der Arbeit vorbei. Das ist ganz unterschiedlich geregelt.“

Die Arbeit verlangt viel Geduld und Kraft. Viele Helfer fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. „Der Senat versagt hier an allen Stellen“, sagt Derya Aksaz. „Es wird nicht zugegeben, dass wir in einer Katastrophe stecken. Sie möchten sich nicht mal den Schuh einer Krise anziehen.“

Deutschland rechnet in diesem Jahr mit 800.000 Flüchtlingen. In Österreich werden nach offiziellen Angaben zur Zeit 41.000 Flüchtlinge betreut. Klar ist: ohne die vielen freiwilligen Helfer wären diese Zahlen nicht zu bewältigen.