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Dank bionischer Prothese: Der schnellste Drummer der Welt

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Dank bionischer Prothese: Der schnellste Drummer der Welt

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Jason Barnes gilt als der schnellste Drummer der Welt. Der Australier, der seinen rechten Unterarm nach einem Unfall mit Starkstrom verlor, trägt

Jason Barnes gilt als der schnellste Drummer der Welt. Der Australier, der seinen rechten Unterarm nach einem Unfall mit Starkstrom verlor, trägt eine bionische Prothese, an deren Ende zwei Sticks befestigt sind. Der eine schlägt automatisch, der andere wird von Barnes kontrolliert durch die Übertragung elektrischer Muskelsignale.

Jason Barnes, Drummer: “Wenn man ganz normal Schlagzeug spielt, benutzt man das Handgelenk und die Finger. Genau das haben wir durch Elektromyografie rekonstruiert, ich kann meine Muskeln anspannen und locker zuschlagen. Oder aber meine Muskeln in die andere Richtung anspannen und mit dem Stick fester zuschlagen.
Dann gibt es da den anderen Stick, der eigenständig schlägt. Damit kann ich unterschiedliche Rhythmen gleichzeitig schlagen, was für einen normalen Drummer unmöglich ist. Polyrhythmik, der eine Stick spielt einen Rhythmus, der andere einen anderen.”

So funktioniert der autonome Drumstick: Ein Algorithmus verarbeitet den von Barnes gespielten Takt und die Töne anderer Musiker in der Umgebung und improvisiert auf dieser Datenbasis eigene Rhythmen.

Die Drummerprothese wurde von Gil Weinberg vom Georgia Institute of Technology entwickelt. Von ihm stammt auch der Marimbaroboter “Shimon”, der wie ein Jazz Meister improvisiert.
Auf dem jüngsten “Robotronica” Festival an der Queensland University of Technology gab es einen gemeinsamen Auftritt.

Barnes baute sich nach er Unterarmamputation vor drei Jahren eine eigene Prothese und schaffte die Aufnahme an der Musikhochschule. Dort begegnete er Weinberg, der für ihn die neue Roboterprothese entwickelte.

Bereits 2013 gab es ein Video der Musikhochschule, in der sich der Drummer vorstellte:

In diesem Unfall erzählen Barnes und Weinberg vom Unfall und ihrer ersten Begegnung:

Jason Barnes, Drummer: “Ich hätte niemals geglaubt, dass ich zwei Sticks halten oder schneller als jeder andere Mensch spielen würde. Alles hat seine Zeit und seinen Platz.
Noch bin ich in der Eingewöhnungsphase. Das ist noch längst nicht alles. Man kann sich immer verbessern und vorankommen.”

Gil Weinberg seinerseits denkt bereits an weitere Anwendungen, etwa synchron gesteuerte Roboterarme, die Chirurgen bei Operationen oder Astronauten bei schwierigen Weltraumeinsätzen zur Hand gehen.