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Die tiefen Wunden des japanisch-chinesischen Kriegs

Der Zweite japanisch-chinesische Krieg von 1937-45 gilt als einer der am wenigsten beachteten Bestandteile des Zweiten Weltkriegs. Nach der

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Die tiefen Wunden des japanisch-chinesischen Kriegs

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Der Zweite japanisch-chinesische Krieg von 1937-45 gilt als einer der am wenigsten beachteten Bestandteile des Zweiten Weltkriegs. Nach der japanischen Invasion Nordostchinas im Jahr 1931 bricht der Krieg im Jahr 1937 mit voller Wucht zwischen Japans Armee und chinesischen Nationalisten und Kommunisten aus, die kurz durch den gemeinsamen Feind geeint werden. Vier Jahre lang kämpft China allein gegen eine moderne Armee, der es gelungen war, in nur drei Monaten das rivalisierende Reich zu erobern.

Die chinesische Seite zahlte einen hohen Preis an dieser Front des Zweiten Weltkriegs: 20 Millionen der insgesamt 60 Millionen Kriegstoten waren Chinesen. Außerhalb Chinas ebenfalls fast vergessen: Die Massaker von Nangking, verübt von den japanischen Besatzern nach der Eroberung der damaligen chinesischen Hauptstadt. Zwischen Dezember 1937 und Januar 1938 wurden 300.000 Menschen abgeschlachtet, 20.000 Frauen vergewaltigt und vielfach anschließend ermordet. Das sechswöchige Kriegsverbrechen wurde unter anderem von Europäern, die in Nangking waren, miterlebt.

Der Angriff Japans auf Pearl Harbor ist die Verbindung zwischen dem japanisch-chinesischen Krieg und dem Krieg, der in Europa zwischen den Alliierten und der Achse Berlin-Rom wütet. Die USA schlugen sich nach anfänglicher Zurückhaltung auf die Seite der Chinesen, beide erklärten Japan schließlich gemeinsam den Krieg. Das Machtverhältnis verschob sich zu Lasten Japans, das schließlich im August 1945 nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki kapituliert. Sechs Tage nach der Kapitulation Kaiser Hirohitos erklären am 21. August 1945 auch die japanischen Truppen in China ihre Niederlage.

Japans Soldaten hinterlassen zahllose tiefe Wunden. Dazu gehören die sogenannten “Trostfrauen”, Frauen und Mädchen, die zur Prostitution gezwungen worden waren – zur Steigerung der Moral der Soldaten. Zhang Xiantu war 15, als sie von Japans Armee gefangen genommen wurde. 20 Tage verbrachte sie in einer Militärbaracke, immer wieder wurde sie vergewaltigt. Heute, mit fast 90 Jahren, hat sie ihr Schweigen gebrochen. Weder von der chinesischen noch der japanischen Regierung habe sie eine Entschädigung enthalten – nicht einmal eine Entschuldigung hat es gegeben.