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20.000 Flüchtlinge bis 2020: David Cameron will Syrer einreisen lassen

Der britische Premierminister David Cameron hat angekündigt, dass Großbritannien syrische Flüchtlinge aus Notunterkünften in Syrien, Jordanien und

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20.000 Flüchtlinge bis 2020: David Cameron will Syrer einreisen lassen

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Der britische Premierminister David Cameron hat angekündigt, dass Großbritannien syrische Flüchtlinge aus Notunterkünften in Syrien, Jordanien und der Türkei aufnehmen wird. 20.000 Hilfesuchende sollen so bis 2020 – dem Ende der Legislaturperiode – auf sicherem Weg nach Großbritannien gebracht werden. Ein Schwerpunkt liege bei Kindern und Waisen. Die Aufnahme von Hilfsbedürftigen sei eine moralische Verantwortung, so Cameron.

“Wie die anderen EU-Partner, wird auch Großbritannien seiner Rolle gerecht werden. Doch eines ist wichtig: Da wir nicht im Schengenraum sind oder an der Umverteilungsinitiative in Europa teilnehmen, können wir selbst über unsere Vorgehensweise entscheiden”, so Cameron.

Oppositionsführerin Harriet Harman begrüßte die Entscheidung, forderte jedoch, dass man im laufenden Jahr mehr als 4.000 Migranten aufnehme und mahnte zu schnellem Handeln.

London fliegt Angriffe in Syrien

Cameron gab zudem bekannt, dass die Luftwaffe seines Landes erstmals Ziele in Syrien angriff. Dabei seien in den vergangenen Wochen zwei britische Staatsbürger, die Anschläge in Großbritannien geplant hatten, getötet worden. Die Aktion sei “alternativlos” gewesen. Zivile Opfer habe es bei dem von Cameron am 21. August genehmigten Angriff nicht gegeben.

“Wir haben das Recht Großbritanniens auf Selbstverteidigung ausgeübt. Es gab eindeutige Hinweise darauf, dass die Individuen bewaffnete Angriffe in Großbritannien geplant hatten. Sie waren Teil einer Serie von Anschlägen die in Großbritannien und Ländern seiner verbündeten tatsächlich stattfanden oder vereitelt wurden.

Zwei der drei in Syrien getöteten Briten kamen bei einem Drohnenangriff auf ein fahrendes Fahrzeug ums Leben. Die IS-Kämpfer Reyaad Khan und Ruhul Amin stammten aus Cardiff und Aberdeen. Khan hatte Großbritannien 2013 verlassen, um sich dem IS anzuschließen. Er hatte angekündigt, als Selbstmordattentäter sterben zu wollen. Der dritte Brite und IS-Kämpfer, Junaid Hussain, wurde bei einem US-Luftschlag getötet.

Die Abgeordneten des britischen Parlaments hatten vor zwei Jahren gegen Angriffe in Syrien gestimmt. Großbritannien beteiligt sich bisher an Luftschlägen gegen die IS-Miliz im Irak, aber nicht in Syrien. In naher Zukunft könnte Cameron das Unterhaus abermals über einen Einsatz in Syrien abstimmen lassen.