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Bald auch französische Luftschläge in Syrien?

Der 8. August 2014: US-Präsident Barack Obama genehmigt Luftschläge von US-Kampfflugzeugen gegen Stellungen der Miliz Islamischer Staat. Die

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Bald auch französische Luftschläge in Syrien?

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Der 8. August 2014: US-Präsident Barack Obama genehmigt Luftschläge von US-Kampfflugzeugen gegen Stellungen der Miliz Islamischer Staat. Die Amerikaner haben ein Militärbündnis geschmiedet, an dem sich auch die französische Luftwaffe beteiligt.

Die meisten Ziele liegen im Irak, Bombardierungen von Stellungen in Syrien lehnten die Franzosen bislang ab. Neben den USA führen sieben weitere Länder Angriffe im Irak aus und sechs in Syrien.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums wurden bisher 6.550 Luftschläge ausgeführt. Penibel haben die Amerikaner die getroffenen Ziele gezählt, die Zahl ziviler Todesopfer veröffentlichen sie nicht.

Kritiker nennen die Luftangriffe ineffektiv und fragen, wie sich die IS-Miliz angesichts einer Militärkoalition unter Leitung der mächtigsten Armee der Welt weiterhin ausbreiten kann. Im Mai hatten die Dschihadisten die irakische Stadt Ramadi sowie die syrische Stadt Palmyra eingenommen. Den Fall von Ramadi lastete US-Verteidigungsminister Ashton Carter der irakischen Armee an, die beim Kampf um die Stadt versagt habe.

Eine Intervention in Syrien lehnte Frankreich bisher mit der Begründung ab, Angriffe gegen die IS-Miliz könnten den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad stärken, dessen Sturz Frankreichs Staatschef Francois Hollande fordert.

“Baschar al-Assad muss gehen”, sagte Hollande bereits im Juni 2012. “Es muss eine Übergangsregierung gebildet werden, um Chaos zu verhindern. Das liegt im Interesse aller. Den Menschen, die das Regime von Baschar al-Assad unterstützen, möchte ich sagen, dass sie sonst das meistgehasste Regime und Chaos haben”, so Hollande.

Frankreich hat allerdings auch innere Interessen, den Kampf gegen die IS-Miliz zu verstärken. Seit den Anschlägen auf die Satirezeitschrift Charlie Hebdo sowie einen jüdischen Supermarkt Anfang Januar herrscht nach wie vor erhöhte Alarmbereitschaft bei Behörden und Sicherheitskräften. Ende August gab ein Mann in einem Schnellzug zwischen Brüssel und Paris Schüsse ab und wurde von Mitreisenden überwältigt. Die Behörden gehen davon aus, dass es sich bei dem Schützen um einen radikalen Islamisten handelt.

Zunächst hat Hollande lediglich Aufklärungsflüge angeordnet. Der Weg zu eigenen Angriffen wäre dann nicht mehr weit.