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Bioplastik aus Molke!

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Bioplastik aus Molke!

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Wir produzieren jedes Jahr Hunderte Millionen Tonnen Plastik. Könnten wir unsere Erdölabhängigkeit verringern, indem wir einen Teil davon durch grünere Materialien ersetzen?

Bei der Käseherstellung bleibt eine Menge Molke übrig. Statt in den Abfall zu wandern, kann Molke als Rohmaterial für neues biologisch abbaubares Plastik verwendet werden. Das europäische Forschungsprojekt Bio-Board arbeitet daran und will mit diesem Plastik Pappe beschichten, um so Kartons und Verpackungen für Lebensmittel herzustellen.

Meinung

Dieses Material ist neu. Es ist innovativ. Es besteht aus Proteinen und Abfallprodukten aus der Agrarindustrie

Maria Beatrice Coltelli von der Universität in Pisa verrät uns das Rezept für Bioplastik: “Diese Zutat ist Kartoffelstärke und dann hätten wir noch biologisch abbaubares Polymer und in dem schweren Sack hier sind Proteine. Diese Granulate werden benutzt, um eine Folie herzustellen, die dann Teil eines vielschichtigen Materials ist. Es besteht aus Folie, Pappe und Aluminium.” Die natürlichen Fasern sind immer noch deutlich sichtbar.

Eine Firma im französischen Mimizan stellt Verpackungen aus unterschiedlichen Materialien her. Jede Schicht spielt beim Schutz des Inhalts eine Rolle. Plastik, das sehr undurchlässig ist, wie Polyäthylen z.B., wird seit mehr als fünfzig Jahren produziert. Jetzt interessiert sich die Firma für mögliche Innovationen.

Die Ingenieurin Anne Kaschke erklärt: “Dieses Material ist neu. Es ist innovativ. Es besteht aus Proteinen und Abfallprodukten aus der Agrarindustrie. Diese erneuerbaren Ressourcen, möchten wir hier in Zukunft nutzen, weil unsere Erdölressourcen in der Zukunft nicht mehr so da sein werden, wie wir das heute kennen. Deswegen suchen wir heute schon nach Alternativen für die erdölbasierten polyäthylenen Filme oder Plastikfilme.”

Die Wissenschaftler arbeiten daran das neue Bioplastik noch zu verbessern. Die Industrie muss es einfach verwenden können und das Material muss dünner, genauso undurchlässig wie herkömmliches Plastik und reißfest sein.

Elodie Bugnicourt, die Koordinatorin des BioBoard Projekts, zeigt uns das Bioplastik: “Es ist unmöglich, es mit der Hand zu zerreißen. Mir gelingt es auf jeden Fall nicht! Wir sind dabei, ein paar seiner Eigenschaften zu verbessern. Alles was z.B. mit der industriellen Herstellung zu tun hat. Der Produktionsprozess muss beschleunigt werden und das Material muss passen, damit es von den Maschinen, die wir hier sehen, verarbeitet werden kann.”

Ein weiterer Vorteil des Bioplastiks ist, dass es sich einfach recyceln lässt. Die einzelnen Schichten lösen sich gut voneinander und können so getrennt recycelt werden. Marco Buchignani hat das neue Material in einem Labor in Lucca, in der Toskana, unter die Lupe genommen:
“Wir haben getestet, wie schwierig es ist, die einzelnen Schichten voneinander zu trennen. Es ist wichtig, das Polyäthylen, das Aluminium und vor allem die Fasern wiederzugewinnen. Mit den Fasern können wir recycelte Pappe herstellen,” so Buchignani.

Gute Eigenschaften, gut für die Umwelt und recycelbar – Das neue Bioplastik ist vielversprechend!