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Greises Deutschland: Ist Einwanderung die Lösung?

Tausende Flüchtlinge erreichen dieser Tage Deutschland. Viele suchen Schutz vor Kriegen und Konflikten, viele haben sich die größte Volkswirtschaft

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Greises Deutschland: Ist Einwanderung die Lösung?

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Tausende Flüchtlinge erreichen dieser Tage Deutschland. Viele suchen Schutz vor Kriegen und Konflikten, viele haben sich die größte Volkswirtschaft Europas auch als Ziel ausgesucht, um neben Frieden Arbeit zu finden.

Von bis zu 800.000 Ankömmlingen wird in diesem Jahr ausgegangen. Und Deutschland braucht Zuwanderer. Die Gesellschaft wird immer älter, eine Studie der Bundesregierung kommt zu dem Schluss, dass Wohlstand und Wirtschaftswachstum nur dann erhalten bleiben, wenn es “weiterhin eine hohe Zahl an Erwerbstätigen gibt.” Dieser Bedarf sei unter anderem über Zuwanderung zu decken, meint die Regierung.

670.000 Geburten pro Jahr stehen 870.000 Todesfällen gegenüber. Jede Frau bringt statistisch nur 1,36 Kinder zur Welt, nach Angaben des statistischen Bundesamtes müssten es 2,1 Kinder pro Frau sein, um die aktuelle Bevölkerungszahl aufrechtzuerhalten. Nur 13 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ist jünger als 15 Jahre alt, die älter als 65-Jährigen machen über 20 Prozent aus.

Neben Zuwanderung seien auch mehr Ältere und mehr Frauen im Arbeitsmarkt als Maßnahme gegen den Fachkräftemängel wünschenswert, lautet eine weitere Forderung der Bundesregierung.

Bereits seit Jahren werben deutsche Firmen ausländische Fachkräfte an. In Deutschland fehlen 140.000 Ingenieure, Programmierer und Techniker. Wenn nicht gehandelt wird, heißt es in Studien, wird sich der Fachkräftemangel in allen Branchen zusammengefasst bis 2040 auf 3,9 Millionen erhöhen.

Besonders stark betroffen ist das Gesundheitswesen. Altenpflegefachkräfte werden dringend gebraucht – und die Zahl der Pflegebedürftigen wird angesichts einer alternden Gesellschaft noch steigen.

Der demografische Wandel ändert Deutschland. Wohlstand und Wirtschaftskraft des Landes stehen auf dem Spiel. Aydan Özoguz, die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, formuliert es so: “Einerseits müssen wir die inländischen Potentiale erschließen. Andererseits brauchen wir noch mehr qualifizierte Einwanderung und müssen dringend dafür werben.”