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Dänemark schaltet Anzeigen zur Abschreckung von Migranten

Mit einer Anzeigenkampagne in libanesischen Zeitungen versucht die dänische Regierung, Migranten davon abzuhalten, nach Dänemark zu kommen. Man habe

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Dänemark schaltet Anzeigen zur Abschreckung von Migranten

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Mit einer Anzeigenkampagne in libanesischen Zeitungen versucht die dänische Regierung, Migranten davon abzuhalten, nach Dänemark zu kommen. Man habe die Leistungen für Asylbewerber um 50 Prozent gekürzt, heißt es in den in englischen und arabischen Zeitungen geschalteten Anzeigen. So sollen Alleinstehende statt umgerechnet rund 1.450 Euro künftig nur mehr rund 800 Euro erhalten.

“Zuerst fand ich es lustig. Denn anstatt damit zu werben, ‘wir helfen Flüchtlingen’, kürzen sie in so einer Krise die Mittel für Flüchtlinge. Und dann noch in Form einer Anzeige. Als ob sie etwas verkaufen wollen. Das ist wirklich lächerlich”, findet der 30-jährige Architekt Eli.

“Wenn man humanitär handeln will, dann sollte man eine bestimmte Zahl von Flüchtlingen mit der man zurechtkommt, aufnehmen, aber nicht eine so hohe Zahl von Flüchtlingen, wie hier im Libanon. Wir haben inzwischen zwei Millionen Flüchtlinge hier und wir wissen nicht, wer sie sind und woher sie kommen. Das ist inakzeptabel”, sagt die 56-jährige Anwältin Nouha Karam.

Seit dem Wochenende sind über 400 Migranten über die deutsch-dänische Grenze gekommen. Sie sollen in Dänemark registriert werden, auch wenn sie nach Schweden weiterreisen wollen.

Die neue bürgerliche Minderheitsregierung von Ministerpräsident Rasmussen ist auf die Stützung durch die rechtspopulistische Dänischen Volkspartei angewiesen, die bei der vergangenen Folketingwahl eine Rekordergebnis erzielt hatte. Mit 21,2 Prozent der Stimmen wurde sie nach den Sozialdemokraten zur zweitstärksten politischen Kraft Dänemarks.

2014 hatte sich die Zahl der Asylbewerber in Dänemark im Vergleich zu 2013 auf 15.000 verdoppelt.