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Die Queen: Sieben Jahrzehnte im Dienst für ihr Reich

Es ist der 2. Juni 1953 als Elisabeth Alexandra Mary im zarten Alter von 27 Jahren zur Königin gekrönt wird. Die Zeremonie ist pompös und

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Die Queen: Sieben Jahrzehnte im Dienst für ihr Reich

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Es ist der 2. Juni 1953 als Elisabeth Alexandra Mary im zarten Alter von 27 Jahren zur Königin gekrönt wird. Die Zeremonie ist pompös und traditionell. Angeblich hat sie sich das so gewünscht. Die Krönung in der Wenstminster Abbey wird in Europa zum Großereignis und die Verkaufszahlen für Fernseher gehen durch die Decke.

Elisabeth ist die Tochter von George VI., der König wird nachdem sein Bruder Edward VIII. abgedankt hatte. Ihre Schwester Margret ist vier Jahre jünger als Elisabeth. Die beiden Mädchen sind die Ur-Ur-Enkelinnen von Queen Victoria. Sie saß bisher am längsten auf dem britischen Thron, nämlich mehr als 63 Jahre und sieben Monate.

Während des Zweiten Weltkriegs schließt sich Elisabeth im Alter von 19 Jahren dem Auxiliary Territorial Service an. Dort erhält sie eine Ausbildung zur LKW-Fahrerin und Mechanikerin. Nach fünf Monaten wird sie zum Junior Commander ehrenhalber befördert.

“Ich erkläre hier vor euch allen, dass mein ganzes Leben, ob es kurz oder lang sein mag, dem Dienst an euch allen gewidmet sein soll und dem Einsatz für unsere große königliche Familie, zu der wir alle dazugehören”, sagt sie.

1947: Eine weitere große Zeremonie in der Westminister Abbey steht an. Gemeinsam mit Philip Mountbatten tritt Elisabeth vor den Traualtar. Schon als Teenager soll sie in den gebürtigen Prinzen von Griechenland und Dänemark verliebt gewesen sein.

Aus der Ehe gehen vier Kinder hervor, darunter Prinz Charles, dem als ältesten die Thronfolge vorbehalten ist.

1981 heiratet Charles Diana Spencer. Die Kronprinzessin wird mit ihrem Charisma zur Medienikone, verändert das Gesicht der britischen Königsfamilie langanhaltend.

Dann das Jahr 1992: Charles und Diana trennen sich, ebenso die Beziehungen zweier weiterer Kinder Queen Elisabeths gehen in die Brüche. Zusätzlich kommt es auf Schloss Windsor zu einem Brand.

Bei ihrer Rede anlässlich des 40. Jubiläums ihrer Thronbesteigung sagt die Queen: “1992 ist ein Jahr, an das ich nicht mit großer Freude zurückdenken werde. Um es mit den Worten einer meiner einfühlsameren Vertrauten zu sagen: Es hat sich zu einem annus horribilis entwickelt.”

Doch es kommt noch schlimmer. Fünf Jahre nach dem Schreckensjahr stirbt Prinzessin Diana bei einem tragischen Autounfall in Paris. Ihre Söhne sind 15 und 13 Jahre alt. Das ganze Land versinkt in Trauer und die Queen hat Schwierigkeiten, ihrem Volk gerecht zu werden. Viele finden, dass ihre öffentliche Ansprache zu spät kam.

In den 63 Jahren ihrer Regentschaft absolvierte die Queen eine Vielzahl an Staatsbesuchen. Insgesamt 97 Stück sollen es gewesen sein. Davon gingen fünf nach Deutschland, wo sie zuletzt im Juni gewesen ist. Sie traf sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Bundespräsident Joachim Gauck und legte im ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen einen Kranz nieder.

Inzwischen entzücken Queen Elisabeths Ur-Enkel Prinz George und Prinzessin Charlotte die Öffentlichkeit. Mit ihnen hat Elisabeth bereits fünf Urenkel.

Heute, an ihrem großen Tag, nimmt die Queen (89) einen offiziellen Termin wahr. Mit Ehemann Prinz Philip eröffnet sie eine Bahnlinie in Schottland. Viel Tamtam Fehlanzeige. Lediglich ein Abendessen mit der Familie soll geplant sein.

Alasdair Sandford sprach für euronews mit der Biographin des Königshauses Ingrid Seward.

Alasdair Sandford, euronews:
Die Menschen haben eine Vorstellung vom Viktorianischen Zeitalter, in dem die Königin ein Machtsymbol darstellte. Wie hat die jetzige Königin das Elisabethanische Zeitalter geprägt?

Ingrid Seward:
Die jetzige Königin steht für Einigkeit. Sie hat nie über ihre politischen oder persönlichen Ansichten gesprochen. Sie steht über der Politik. Sie ist jemand, zu dem wir in dieser sich rasant ändernden Welt hinaufschauen können, denn sie bringt Ruhe mit.

euronews:
Die ganze Welt blickt auf die britische Monarchie. Sie sticht heraus und erregt eine gewisse Ehrfurcht und Aufmerksamkeit bei vielen Menschen. Warum ist das so? Und wie viel davon ist auf die Queen zurückzuführen?

Ingrid Seward:
Ich denke, das liegt zum Teil an der Königin, welche seit 63 Jahren an der Spitze des Staates war. Sie hat dutzende Premierminister kennengelernt, Kriege erlebt und Unruhen. Sie hat alles gesehen. Sie hat Diktatoren getroffen, sowie wundervolle Leute, sie hat jeden getroffen. Wir haben also diese eine Frau, die das komplette Großbritannien repräsentiert.

euronews:
Sie erwähnen, sie habe die Pflicht immer über ihre Person gestellt. In welcher Hinsicht?

Ingrid Seward
Als sie die Thronfolge übernahm, hatte sie zwei kleine Kinder. Sie konnte sie nur selten sehen. Sie musste buchstäblich lernen, den Thron so jung zu übernehmen. Wir wussten, der König war krank, aber wir wussten nicht, dass er sterben würde. Sie musste plötzlich in die Fußstapfen ihres Vaters treten und das bedeutete, dass sie keine Mutter mehr sein konnte. Sie war jetzt eine Herrscherin.

euronews:
Was ihre Popularität angeht, so hat diese nach Dianas Tod einen Tiefpunkt erreicht. Wenn Sie über Höhepunkte nachdenken, welche fallen Ihnen da ein?

Ingrid Seward:
Ende 1997, das Jahr, in dem Diana starb, feierte die Königin ihre goldene Hochzeit. Und plötzlich stellte sie fest, dass sie die Leute immer noch liebten. Sie ist sehr dankbar, sie dachte, die Monarchie sei beschädigt. Ich denke, das war ein Höhepunkt für sie, da das nach einem großen Tief kam. Auch das 60. Thronjubiläum war ein großer Moment. Sie war sehr bewegt von der Herzlichkeit und Wärme, die man ihr entgegenbrachte.

euronews:
Es gab mehrere Skandale im Königshaus. Aber die Königin war fast nie beteiligt. Wie kommt das?

Ingrid Seward
Ich denke, die Königin hat sich keinen Fehltritt geleistet, weil sie extrem vorsichtig ist. Sie passt auf, was sie sagt und was sie tut. Privat ist sie eine ganz andere Person. Sie ist sehr bescheiden und eine gläubige Christin. Sie ist sehr lustig. Sie hat einen wunderbar bissigen Humor. Außerdem kann sie sehr gut Leute imitieren, wovon sie uns mittlerweile auch etwas zeigt. Ich denke, sie war stets diejenige, die die Familie zum Lachen gebracht hat. Sie hat ein sehr heiteres Gemüt. Sie sieht Dinge eher von der positiven Seite, als von der negativen.