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Flüchtlingswelle: Dänemark will keine ungarischen Verhältnisse

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Flüchtlingswelle: Dänemark will keine ungarischen Verhältnisse

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Die Nerven liegen blank. Seit Dienstag hatte die dänische Polizei zwei Züge mit 240 Flüchtlingen in Rødby festgehalten. Die hatten sich zunächst geweigert auszusteigen. Dänische Medien berichten, die Polizei habe sich nach langen Verhandlungen zurückgezogen, Freiwillige hätten sich dann um die Flüchtlinge gekümmert.

Der dänische Staatsminister Lars Løkke Rasmussen sagt: “Ich möchte in Dänemark keine Szenen wie in Budapest sehen. Wir stehen unter Druck. Menschen, die auf der Flucht sind, kommen nach Dänemark. Wir sind ein friedvolles und sicheres Land. Es sind Menschen dabei, die hier kein Asyl beantragen wollen, sondern nach Schweden weiterreisen wollen. Das zeigt, dass es nicht nur ein Flüchtlingsproblem, sondern auch ein Migrationsproblem ist.”

Die dänische Polizei hatte gestern angeordnet, bis auf weiteres keine aus Deutschland kommenden Züge mehr ins Land zu lassen.

Viele wollen weiter nach Schweden

“Ich will nicht in Dänemark bleiben, ich will nach Schweden”, sagt ein syrischer Flüchtling.

“Glauben Sie, dass Sie 500 Kilometer nach Schweden laufen können?”, fragt die Reporterin.

“Wir sind von Syrien hierher gelaufen, kein Problem”, antwortet er.

Ein anderer Flüchtling meint: “Da erlauben sie uns, in zwei, drei Monaten unsere Familien nachzuholen, die in unserer Heimat zurückgeblieben sind. In Dänemark kann das aber ein Jahr oder anderthalb Jahre dauern. Das ist eine lange Zeit, in der man die Familie zurücklassen muss.”

Nach Angaben der dänischen Polizei hatten gestern 300 Flüchtlinge ihre Unterkunft in Padborg an der Grenze zu Deutschland verlassen, um auf der Autobahn zu Fuß in Richtung Schweden zu laufen. Die Straße wurde für den Verkehr gesperrt.