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30 Jahre Schengener Abkommen - Ein Überblick

Der luxemburgische Grenzort Schengen ist zum Synonym für die Reisefreiheit von mehr als 400 Millionen Menschen in Europa geworden. 1985

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30 Jahre Schengener Abkommen - Ein Überblick

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Der luxemburgische Grenzort Schengen ist zum Synonym für die Reisefreiheit von mehr als 400 Millionen Menschen in Europa geworden.

1985 unterzeichneten die Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten in Schengen eine Vereinbarung über die Abschaffung der Grenzkontrollen zwischen ihren Ländern.

Ein Grund dafür waren im Vorjahr Streikaktionen von Lastwagenfahrern in Frankreich und Italien, die den Grenzverkehr zwischen beiden Ländern zu lähmen drohten.

Am 26.03.1995 tritt das Schengen-Abkommen schließlich in Kraft.

Die Zahl der fünf Ursprungsstaaten vervielfachte sich.

Heute gehören 22 EU-Mitglieder sowie Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein zum Schengen-Raum.

Insgesamt sind rund 417 Millionen Europäer über ein Gebiet von 4 Millionen Quadratkilometern betroffen

Von den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind 22 dem Schengen-Abkommen beigetreten.

4 Nationen sind nicht Mitglieder der EU, sondern des Europäischen Freihandelsverbandes.

4 weitere warten auf den EU-Beitritt.

Großbritannien und Irland haben mit “Opt-Outs” Ausnahmeklauseln durchgesetzt, wonach das Schengenrecht bis auf wenige Ausnahmen auf die beiden Staaten solange keine Anwendung findet, bis diese einen gesonderten Anwendungsantrag stellen.

Großbritannien und Irland spielen also eine Sonderrolle, weil sie sich zwar an der Zusammenarbeit der Polizei im Schengen-Raum beteiligen, aber nicht auf Personenkontrollen verzichten.

Jedes Jahr reisen rund 1,25 Milliarden Menschen innerhalb des Schengen-Raumes über die Grenzen.

Der Verzicht auf Kontrollen geht einher mit einer schärferen Überwachung der Außengrenzen.

Bei besonderen Anlässen kann es vorübergehend wieder nationale Grenzkontrollen geben – in der Vergangenheit etwa bei einer Fußball-WM oder einem G7-Gipfel. 2011 wurden nach dem Zustrom von Flüchtlingen auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa vorübergehend Grenzkontrollen zwischen Frankreich und Italien wiedereingeführt.

Gegenwärtig setzen einige Staaten auch angesichts steigender Flüchtlingszahlen auf Grenzkontrollen.

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker kritisierte das am Wochenende.

Wenn Menschen in Europa Zuflucht suchten, sei das kein Grund, das Schengen-Abkommen außer Kraft zu setzen.

Juncker verwies auch darauf, dass Flüchtlinge zuletzt lediglich 0,11 Prozent der europäischen Bevölkerung ausmachten.