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Flüchtlingskrise: Mindestens 22 Tote in der Ägäis

Auf dem Weg von der türkischen Küste zur griechischen Insel Kos ist erneut ein Boot mit Flüchtlingen an Bord gekentert. Mindestens 22 Menschen

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Flüchtlingskrise: Mindestens 22 Tote in der Ägäis

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Auf dem Weg von der türkischen Küste zur griechischen Insel Kos ist erneut ein Boot mit Flüchtlingen an Bord gekentert. Mindestens 22 Menschen, darunter vier Kinder, sollen ums Leben gekommen sein. Das teilte die türkische Presseagentur Dogan mit.

Meinung

Wir haben keine andere Wahl. Wir müssen entweder weiterreisen oder zurück in den Tod. (Syrischer Flüchtling)

Um 6 Uhr Ortszeit soll das Schiff aus Datça von der türkischen Süd-West-Küste nach Kos aufgebrochen sein. Die türkische Küstenwache soll 211 Menschen gerettet haben. Am Dienstagvormittag waren ihre Bergungsarbeiten noch im Gang.

Anfang des Monats wurde das Bild des in Bodrum gestrandeten Aylan Kurdis zum Symbol einer gescheiterten EU-Flüchtlingspolitik erklärt. Der Vorsitzende der griechischen linken Partei Syriza Alexis Tsipras unterstrich diese Haltung im Interview mit euronews: “Wenn drei Jahre alte Kinder an unsere Küsten gespült werden, dann ist Europa gescheitert. Wir müssen als europäische Familie Verantwortung übernehmen. Wir dürfen nicht denken, dass sich das Ganze nur bei unseren Nachbarschaft abspielt und dass das allein ihr Problem sei. Wir brauchen Gelder, eine verbesserte Infrastruktur und eine andere europäische Politik.

Für ihre Fahrt von Bodrum nach Kos, zahlen Flüchtlinge mehr als 900 Euro. Für sie ist es eine der kürzesten Strecken von der Türkei nach Europa.

Das UN-Flüchtlingswerk geht davon aus, dass in diesem Jahr insgesamt 850 000 Menschen versuchen werden, nach Europa zu gelangen. Die derzeitige Flüchtlingskrise gilt als die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg.