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Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zum Putsch in Burkina Faso

Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zum Putsch in Burkina Faso Knapp vier Wochen vor der geplanten Wahl haben Sicherheitskräfte im

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Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zum Putsch in Burkina Faso

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Die fünf wichtigsten Fragen und Antworten zum Putsch in Burkina Faso

Knapp vier Wochen vor der geplanten Wahl haben Sicherheitskräfte im westafrikanischen Burkina Faso die Übergangsregierung abgesetzt. Mitglieder der Präsidentengarde stürmten am Mittwochnachmittag eine Kabinettssitzung und setzten Interimspräsident,Michel Kafando, sowie Regierungschef Oberstleutnat Yacouba Isaac Zida und mehrere Minister fest.

Hier die fünf wichtigsten Fragen zum Staatsstreich in Burkina Faso:

1. Wer sind die Putschisten?

Sie gehören der Präsidentengarde (Régiment de sécurité présidentielle (RSP)) an, einer 1.200 Mann starken, gut ausgerüsteten und gut ausgebildeten Truppe, die immer noch als loyal gegenüber dem früheren Langzeitpräsidenten Blaise Compaoré gilt. Erst am Montag hatte eine Regierungskommission ihre Auflösung empfohlen.

2) Ist das der erste Putschversuch der Präsidentengarde?

Nein, schon Ende Juni wandte sich die Garde gegen den Ministerpräsidenten der Übergangsregierung, Oberstleutnant Yacouba Isaac Zida. Oberstleutnant Zida war früher die Nummer Zwei der Präsidentengarde, hatte sich aber für öffentlich für ihre Auflösung ausgesprochen.

Teile der Garde versuchten Zida bei seiner Rückkehr von einem Arbeitsbesuch in Taiwan festnehmen. Zida musste sein Flugzeug auf einen Militärstützpunkt umleiten, um der Festnahme zu entgehen.

3) Wer ist der neue Machthaber?

Am Donnerstagvormittag erschien ein Uniformierter im Staatsfernsehen RTB und gab die Machtübernahme des Militärs und die „Auflösung des Überganmgsregimes“ bekannt. Gleichzeitig erklärte Oberstleutnant Mamadou Bamba der neugebildete „Nationale Rat für Demokratie“ werde „demokratische und inclusive Wahlen“ abhalten lassen.

An der Spitzes des „Nationalen Rats für Demokratie“ steht General Gilbert Diendéré. Der ehemalige Chef des Generalstabs gilt als rechte Hand von Ex-Präsident Blaise Compaoré, der im vergangenen Herbst nach 27 Jahren an der Spitze Burkina Fasos gestürzt im vergangenen Jahr nach 27 Jahren an der Macht durch Massenproteste gestürzt worden.

Bekanntgabe des Militärputschs im burkinischen Staatsfernsehn RTB

4) Wie ist die Lage in Burkina Faso?

In der Hauptstadt Ouagadougou ist die Lage angespannt. immer wieder sind Gewehrsalven zu hören, immer wieder kommt es zu Protesten gegen die Putschisten.

Auf den Straßen in Ouagadougous ist es außergewöhnlich ruhig

Platz der Revolution

5) Wie sieht die internationale Reaktion aus?

International wird der Putsch verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung verlangten die Europäische Union, die Afrikanische Union und die Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS) die „unverzügliche Freilassung der Geiseln“.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte umgehend die Freilassung der Regierungsmitglieder gefordert.