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Evangelos Meimarakis - der Parteisoldat, den die Griechen mögen

Kein Revolutionär, sondern Parteisoldat. Bürgernah, dabei freundlich, gelassen, direkt. Der griechische Konservative Evangelos Meimarakis ist laut

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Evangelos Meimarakis - der Parteisoldat, den die Griechen mögen

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Kein Revolutionär, sondern Parteisoldat. Bürgernah, dabei freundlich, gelassen, direkt. Der griechische Konservative Evangelos Meimarakis ist laut Umfragen fast so populär wie sein Kontrahent Alexis Tsipras. Im Juli übernahm der 61-Jährige den Parteivorsitz der konservativen Volkspartei Nea Dimokratia (ND). Meimarakis sammelte politische Erfahrungen als Generalsekretär seiner Partei, Minister und Parlamentspräsident.

20 Jahre älter als sein Rivale versprüht Meimarakis kein Charisma. Er wirbt für eine große Koalition und macht keinen Hehl daraus, dass er keine andere Möglichkeit sieht als eine breite parteiübergreifende Zusammenarbeit. Anders seien die harten Sparmaßnahmen nicht durchsetzbar.

Meimarakis entstammt einer kretischen Familie. Bereits sein Vater und sein Onkel waren Abgeordnete der Nea Dimokratia. Er wurde in Athen geboren, studierte Jura und Politische Wissenschaft. Seine politische Karriere begann 1974 als Gründungsmitglied der Jugend der Nea Dimokratia.

Seit 1989 wird er immer wieder ins Parlament gewählt. 2007 bis 2009 war Meimarakis Verteidigungsminister, danach von 2012 bis 2015 Parlamentspräsident. Große Schlagzeilen hat er nie gemacht.

Die von ihm geführte Nea Dimokratia hat Griechenland 1981 in die Europäische Gemeinschaft geführt. Sie spricht sich klar und deutlich für den Verbleib des Landes in der Eurozone aus.

Aufgrund seiner schwerfälligen Stimme und seiner Gelassenheit nennen ihn seine Freunde “Vangelis”.Meimarakis hat keine wirkliche Hausmacht in der eigenen Partei. Aber der Mann, der mit seiner Frau und zwei erwachsenen Töchtern so normal wirkt, hat seiner angeschlagenen Partei wieder Aufwind gegeben.

Er wird von den Wählern als integer und glaubwürdig akzeptiert. Vor nicht allzu langer Zeit wurde jeder Nea-Dimokratia-Politiker als korrupt betrachtet. Die alte Elite steht jetzt im Hintergrund und lässt “Vangelis” machen.