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Griechenland vor der Wahl: Etwas weniger Arbeitslose, de facto Schuldenschnitt

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland ist im vergangenen Vierteljahr leicht zurückgegangen. Immer noch etwas mehr als 1,1 Millionen Griechen sind

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Griechenland vor der Wahl: Etwas weniger Arbeitslose, de facto Schuldenschnitt

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Die Arbeitslosigkeit in Griechenland ist im vergangenen Vierteljahr leicht zurückgegangen.

Meinung

Der Schuldenerlass, über den in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird, findet längst statt

Immer noch etwas mehr als 1,1 Millionen Griechen sind aber auf der Suche nach einem Job, so das griechische Statistikamt.

Griechenlands Arbeitslosenquote ist nach wie vor die höchste in den 28 EU-Ländern. Tausende Privatunternehmen haben seit 2010 aufgegeben.

Im zweiten Quartal waren 24,6 Prozent der Griechen ohne Arbeit, nach 26,6 vor einem Jahr und 27,6 Prozent vor zwei Jahren.

Vor allem die “Generation Y” fragt sich weiter, warum fast die Hälfte (49,5%) zwischen18 und 25 keine Beschäftigung findet – gerade mal 2,5 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.

Gleichzeitig senkte die Europäische Zentralbank die Obergrenze der Notfall-Liquiditätshilfe (ELA) für griechische Banken “wegen besserer Liquiditätslage” von 89,1 auf 88,9 Milliarden Euro.

Drei Tage vor der vorgezogenen Parlamentswahl in Griechenland (am 20. September) deuten zwei Umfragen ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen und der konservativen Nea Dimokratia (ND) und der Linkspartei Syriza an. Eine dritte Erhebung sagt Syriza einen Sieg voraus. Es ist die sechste Wahl in drei Jahren.

Nach Zahlen aus dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel wirken die günstigen Kreditbedingungen für Griechenland
wirtschaftlich wie ein Schuldenschnitt um mehr als die Hälfte. «Der Schuldenerlass, über den in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird, findet daher längst statt», heißt es in einem Aufsatz der Wissenschaftler Salomon Fiedler und Prof. Stefan Kooths in der Fachzeitschrift «Wirtschaftsdienst».

Die beiden größten Kreditpositionen Griechenlands sind die Kredite des europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus EFSM und die
Kredite der Eurostaaten. Beide zusammen haben Griechenland nominal 184 Milliarden Euro geliehen.

Weil dieses Geld aber teilweise erst bis 2054 zurückgezahlt werden müsse, schwach verzinst werde und in dieser Zeit nicht für andere Investitionen zur Verfügung stehe, sei es aus heutiger Sicht nur 87 Milliarden Euro wert. Sollte die Zahlung noch weiter aufgeschoben werden, wie es der IWF ins Spiel gebracht hat, würde sich der Gegenwartswert der Schulden auf 64 oder sogar 55
Milliarden Euro verringern.

Das gelte bei einer angenommenen Diskontrate von fünf Prozent, um die jährlich abgezinst wird. Der deutsche Anteil an den griechischen Schulden beträgt 27 Prozent.

su mit dpa