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William Christies Privatpark: "Ich wollte nicht sagen, dieser Garten repräsentiert mich"

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William Christies Privatpark: "Ich wollte nicht sagen, dieser Garten repräsentiert mich"

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Der Musiker und Barockliebhaber spricht über seine zweite Leidenschaft: das Gärtnern

Der Garten von William Christie ist ein Ort zum Flanieren und zum Musikhören. Der bekannte amerikanische Dirigent und Cembalist feiert Musikfestivals in seinem eigenen Park, den er sich an seinem Landsitz in Nordwestfrankreich angelegt hat. Die Liebe des Künstlers zur Perfektion und zu einer eklektischen Mischung der Kulturen spiegelt sich auch in dieser grünen Oase.

Meinung

In dem Garten entluden sich 25 oder 30 Jahre an Träumen

“Ich hatte schon sehr früh einen Garten. Er war quasi Teil meiner Kindheit, und als Jugendlicher habe ich mich dabei ertappt, wie ich mich zurückgezogen habe, um Gärten zu besuchen, um über Gärten zu lesen. Ich habe meine Zeit nicht nur mit Musikhören verbracht, sondern auch damit, Gärten zu leben.

Mit 21, 22 Jahren haben sich zwei Freuden in meinem Leben herauskristallisiert, zwei Leidenschaften sozusagen. Dieser Garten, den ich selbst entworfen habe, ging mir schon lange im Kopf herum. Als ich dann tatsächlich einen Garten anlegen konnte, das war 1985, entluden sich diese 25 oder 30 Jahre an Träumen und Tagträumen von dem, was ich tun wollte.

Eine Pastiche

Am Anfang wollte ich nicht sagen, dieser Garten repräsentiert mich. Hier sieht er vielleicht wie ein französischer Barockgarten aus, da ist ein bisschen italienischer Formschnitt oder eine Anlage wie in einem italienischen Garten des Manierismus. Diesen Aspekten wollte ich mich eingehender widmen. Der Garten ist eine Art Pastiche, eine Imitation, mit einem starken Einfluss meinerseits. Er ist eine Ansammlung von Dingen, die in meinen Augen harmonieren. Aber sie reichen von italienischen Gärten aus dem 17. Jahrhundert bis zum englischen und amerikanischen Landhausstil Ende des 19. Jahrhunderts. Und dazu noch viele neue Dinge, die von mir kommen.

Die Natur ist unbeständig und ein Gärtner zu sein ist manchmal so, wie der Vater eines ungehorsamen Kindes zu sein. Die Natur hält mieses Wetter bereit, das es meinem wundervollen Gartenfestival 2015 eher schwer macht. Aber andererseits, die Natur ist die Natur. Damit muss man klarkommen.”