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Nach Putsch: Kompromissvorschlag für politische Krise in Burkina Faso

Nach dem Militärputsch in Burkina Faso haben Vertreter der Westafrikanischen Wirtschaftsunion ECOWAS einen Lösungsansatz vorgestellt. Die Vermittler

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Nach Putsch: Kompromissvorschlag für politische Krise in Burkina Faso

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Nach dem Militärputsch in Burkina Faso haben Vertreter der Westafrikanischen Wirtschaftsunion ECOWAS einen Lösungsansatz vorgestellt.

Die Vermittler aus der Region hatten am Sonntag in der Hauptstadt Ouagadougou mit den Putschisten verhandelt. Der Entwurf sieht unter anderem vor, Anhänger des im vergangenen Jahr gestürzten Präsidenten Blaise Compaoré zu den bevorstehenden Wahlen zuzulassen. Als neues Datum für die Wahlen nannte ECOWAS den 22. November.

“Zudem soll spätestens bis zum 30. September ein Gesetz verabschiedet werden, dass den Putschisten Amnestie gewährt bezüglich der Taten nach dem Coup vom 17. September 2015”, erklärte der ECOWAS-Sekretär Desire Ouedraogo am Sonntagabend. Die Putschisten hatten am Mittwoch General Gilbert Diendéré, einen engen Vertrauter Compaorés, zum Präsidenten erklärt. Der Vermittlungsvorschlag sieht vor, Interimspräsident Michel Kafando bis zu den Wahlen wieder einzusetzen. Die Militärs hatten ihn unter vorgehaltener Waffe am Mittwoch abgesetzt.

Der Vertreter der Bürgerbewegung Balai Citoyen nannte den Kompromissvorschlag “beschämend”.

Vor dem Hotel, in dem die Verhandlungen abgehalten wurden, kam es erneut zu Handgreiflichkeiten zwischen Anhängern und Gegnern der Putschisten. Seit Mittwoch wurden mindestens zehn Menschen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen getötet worden. Mindestens 113 Menschen wurden nach Angaben der Kränkenhäuser verletzt.

Am Dienstag soll über den Lösungsvorschlag bei einem Sondergipfel der Afrikanischen Union (AU) beraten werden. Zudem soll der Voschlag zur Beendigung der politischen Krise in Burkina Faso den Teilnehmern eines ECOWAS-Gipfels vorgelegt werden.