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Selbstfahrende Autos

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Wie funktioniert ein automatisches Auto? Wie orientiert es sich und ist es dazu in der Lage vorauszudenken? Was sind seine Vor- und Nachteile und wofür kann man es gebrauchen?

Am Schiphol Flughafen in Amsterdam dreht ein neues elektrisches Auto seine Runden. Es wird mit einem Smartphone bedient. Es soll seinen Besitzer absetzen, alleine einen Parkplatz finden, parken und sich wiederaufladen.

Meinung

Unser Auto evaluiert mehrere Male pro Sekunde verschiedene Fahrmanöver und wählt das beste aus

Ulrich Schwesinger, Forscher an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, erklärt: “Das Spezielle an diesem Auto ist, dass wir uns ausschließlich mit Kameras lokalisieren und navigieren. Die Kameras sind relativ unsichtbar hier in den Außenspiegeln und vorne im Emblem eingebaut. Und damit tun wir alle Sachen, wie das Auto im Parkhaus lokaliseren, wir erkennen Hindernisse mit diesen Kameras.”

Dank Kameras und Ultraschallsensoren entgeht dem Auto nichts. Die Wissenschaftler dieses europäischen Forschungsprojekts haben ein System entwickelt, damit das Auto zwischen Fahrzeugen und Fußgängern unterscheidet.

Christian Häne vom ETH Zürich zeigt uns das automatische Auto: “Hier sehen wir die Bilder der Kamera. Hier zum Beispiel die Kamera, die nach rechts gerichtet ist. Aus dieser Kamera können wir die Szene in 3D rekonstruieren und daraus Hindernisse ableiten, die wir dann für die Navigation im Auto verwenden können.”

Das automatische Auto nimmt die Bewegungen um sich herum wahr und kann sich dementsprechend anpassen. “Was wir hier sehen ist, quasi die Welt aus der Sicht des Autos. Wir sehen zum Einen die Daten der Stereokamera, die dem Auto quasi sag, wo es fahren und wo es nicht fahren kann. Dann evaluiert unser Auto mehrere Male pro Sekunde Hunderte von verschiedenen Fahrmanövern und wählt das Beste unter diesen Fahrmanövern aus,” so Schwesinger.

In manchen unterirdischen Parkgaragen funktioniert der Navi nicht oder nur schlecht. In diesen Fällen erstellt das Auto seine eigene Karte mithilfe der Daten seiner Kameras und seiner Ultraschallsensoren.

Mathias Bürki vom ETH in Zürich sagt: “Wenn sich dann das Fahrzeug zu einem späteren Zeitpunkt in dieser Umgebung zu lokalisieren versucht, wie wir hier sehen, dann versuchen wir Verbindungen herzustellen zwischen dem, was das Fahrzeug grade in den Bildernn sieht und was für 3D-Punkte in der Karte gespeichert wurden. Und diese Verbindungen sind als farbige Linien gekennzeichnet und daraus lässt sich dann die exakte Position vom Fahrzeug bestimmen.”

Das Auto ist in der Lage alleine einzuparken und sich wiederaufzuladen. Die Forscher denken schon einen Schritt weiter und hoffen, dass diese automatischen Autos bald auch auf den Straßen unterwegs sein können.

Wojciech Derendarz arbeitet für die Volkswagen AG. Er hat mehrere Verbesserungsvorschläge: “Derzeit fährt dieses Auto nur langsam. Um es attraktiver zu machen, müssen wir seine Geschwindigkeit erhöhen. Doch vorher müssen wir technische Probleme lösen. Die Wahrnehmung des Autos muss verbessert werden. Auch die Denkfähigkeit des Autos muss verbessert werden, damit es gut einschätzen kann, was die anderen Verkehrsteilnehmer machen.”

Das automatische Auto hat also noch einen weiten Weg vor sich, bevor es unsere Straßen erobert. Die Forscher arbeiten u.a. auch daran, dass es billig und somit für alle erschwinglich ist.