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Schweizer Uhr-Ängste

Tickt die Zeit für die traditionelle Schweizer Uhrenindustrie? Im August wurden Uhren für 1,35 Milliarden Euro exportiert, 1,6 Prozent weniger als

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Tickt die Zeit für die traditionelle Schweizer Uhrenindustrie? Im August wurden Uhren für 1,35 Milliarden Euro exportiert, 1,6 Prozent weniger als vor Jahresfrist, so der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie. Das ist der erste Rückgang seit sechs Jahren.

Meinung

Ungewisse Zeiten

Die Ausfuhren von Uhren mit einem Großhandelspreis von weniger als 184 Euro gingen dabei um 13 Prozent zurück und von Uhren im Bereich von 184 bis 450 Euro sogar um 24 Prozent. Bei Uhren im oberen Preissegment, Großhandelspreis mehr als 2.700 Euro, stieg der Wert der Exporte im August um 1,7 Prozent.

Und der Urheber ist auch schon ausgemacht. “Ich nehme an, dass die Apple Watch das untere und mittlere Preissegment des Schweizer Uhrenmarktes belastet hat”, sagte Jon Cox, Analyst bei Kepler Cheuvreux in Zürich.

Ausserdem wurde weniger nach China verkauft, seit die Regierung Ende 2012 begonnen hatte, übertrieben teure Geschenke an Funktionäre anzuprangern und der Franken stieg.

“Ungewisse Zeiten” nennt das Beratungsunternehmen Deloitte eine Branchenstudie. Danach überwiegt seit dem Start der jährlichen Befragung im Jahr 2012 in der stets optimistisch gestimmten Uhrenindustrie zum erstenmal die Zahl der Führungskräfte, die sowohl die Branchen-Perspektiven als auch den wirtschaftlichen Ausblick pessimistisch beurteilen.

So beeinträchtige die Antikorruptionskampagne der chinesischen Regierung vor allem den Verkauf von Uhren im oberen Preissegment, die sich Funktionäre und Beamte im Gegenzug für Gefälligkeiten jeweils schenken ließen.

Swatch, Richemont und Rolex sind die größten Schweizer Uhrenhersteller. Uhren machen etwa ein Zehntel der Schweizer Exporte aus.

su