Eilmeldung

Eilmeldung

WHO: Mehr Menschen gegen AIDS behandeln

Sie lesen gerade:

WHO: Mehr Menschen gegen AIDS behandeln

Schriftgrösse Aa Aa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Richtlinien für die Behandlung der Immunschwächekrankheit AIDS ausgeweitet. Ziel ist, das ein größerer Kreis von Patienten behandelt wird. Jeder, bei dem HIV diagnostiziert werde, sollte so schnell wie möglich eine „antiretrovirale Therapie“:https://de.wikipedia.org/wiki/Antiretrovirale_Therapie bekommen. Betroffen von dieser Empfehlung seien aktuell etwa 37 Millionen Menschen weltweit, heißt es in einer in Genf verbreiteten Stellungnahme der Organisation.

Übersetzung: WHO macht Schluss mit allen Einschränkungen für das Recht auf antiretrovirale Therapie für HIV-Patienten

Jüngere Tests hätten gezeigt, das eine frühzeitige Behandlung das Leben von AIDS-Patienten deutlich verlängern könne und das Risiko einer Übertragung verringert werde. Nach den bisherigen Richtlinien der WHO wurde die Behandlung nur für solche Patienten empfohlen, deren Immunabwehr bereits unter ein bestimmtes Niveau gefallen war. Damit galt die Empfehlung für eine antiretrovirale Therapie nur für 28 Millionen Menschen weltweit.

Außerdem empfahl die WHO, Menschen vorbeugend zu behandeln, falls sie einem „deutlichen Risiko“ ausgesetzt seien, mit HIV infiziert zu werden. Die Experten gehen davon aus, dass sie mit der neuen Strategie bis zum Jahr 2030 insgesamt 21 Millionen AIDS-Tote verhindern können und 28 Millionen Neuansteckungen.

Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ begrüßte die neuen Richtlinien. Gerade in ärmeren Ländern könne die neue Empfehlung dafür sorgen, dass mehr Patienten behandelt würden. Nach den Erfahrungen von Ärzte ohne Grenzen kommen ein Drittel der Menschen, die eigentlich einen Anspruch auf Behandlung hätten, nach der ersten Diagnose nicht mehr zurück in die Klinik.

Übersetzung: Wir begrüßen die neuen Richtlinien, die ein Schritt Richtung HIV-Behandlung für alle sind

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass bis zum Jahr 2020 mindestens 18,4 Milliarden US-Dollar nötig sind, um die neuen Richtlinien umzusetzen. In den vergangenen 30 Jahren sind etwa 40 Millionen Menschen weltweit an AIDS gestorben.