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António Costa: Heimatverbundener Herausforderer


Portugal

António Costa: Heimatverbundener Herausforderer

Lissabon ist sein Revier. António Costa, 54 Jahre alt, in der portugiesischen Hauptstadt geboren. Hier hat er Rechtswissenschaften studiert und seine politische Laufbahn in der sozialistischen Partei begonnen. Zwischen 2007 und April dieses Jahres war er Bürgermeister von Lissabon.

Costas Familie väterlicherseits ist indischen Ursprungs und stammt aus der Region Goa, die lange eine portugiesische Kolonie war. Das veranlasste Zeitungen dazu, ihm den Spitznamen “Gandhi von Lissabon” zu verpassen.

“Was ich im Land erfahre und jeden Tag auf den Straßen höre, ist sicher das, was auch Sie jeden Tag hören”, sagte Costa bei einer Wahlkampfveranstaltung. “Es gibt ein großes Verlangen nach einen Wechsel am 4. Oktober. In Portugal wird es einen echten Wechsel geben”, rief er seinen Anhängern zu.

Costa hat angekündigt, im Falle eines Sieges seiner sozialistischen Partei zumindest einen Teil der Sparmaßnahmen zurückzunehmen, die die liberal-konservative Regierung dem Land auferlegt hat.

Bevor er das Amt des Bürgermeisters von Lissabon antrat, war er zwei Jahre lang portugiesischer Innenminister unter José Sócrates. Gegen den ehemaligen Regierungschef wird wegen des Verdachts der Korruption ermittelt; Costa distanzierte sich von Sócrates.

Ende September vergangenen Jahres wurde Costa zum Spitzenkandidaten der sozialistischen Partei gekürt. Sein Amt als Bürgermeister von Lissabon legte er im April nieder.

Im Fernsehduell mit seinem Widersacher, Ministerpräsident Pedro Passos Coelho, flogen verbal die Fetzen. Costa warf dem Regierungschef vor: “Sie wollten die Troika in Portugal. Im April 2011 sagten Sie mit großer Zufriedenheit, dass die Troika hier sei, weil wir sie darum gebeten hätten.”

Jetzt will António Costa an die Macht. Seiner Heimatstadt Lissabon würde er auch im Falle eines Wahlsieges treu bleiben. Denn der Amtssitz des Ministerpräsidenten befindet sich – natürlich – in der Hauptstadt.

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