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Der Rettungswagen der Zukunft


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Der Rettungswagen der Zukunft

Jedes Jahr retten Ambulanzen in ganz Europa Millionen Leben. Einer Studie zufolge könnte die Hälfte der Patienten direkt vor Ort behandelt werden. Sie müssten nicht in die Krankenhäuser gebracht werden, die oft sowieso schon überlaufen sind. Ein europäisches Forschungsprojekt entwickelt eine schlaue Ambulanz. Sie kann schnell handeln und so viele Leben retten.

Damit die Überlebenswahrscheinlichkeit so hoch wie möglich ist, sollte der Patient spätestens nach einer Stunde in ein Klinikum eingeliefert werden. Die Notfallmediziner sprechen von der sogenannten “goldenen Stunde der Rettung.” Declan Henegan, der Herausgeber des Magazins “Ambulance Today” erzählt: “Der Rettungswagen wird mit Kommunikationstechnologie ausgestattet sein, damit die Sanitäter mit den Teams im Krankenhaus zusammenarbeiten können. Das bedeutet, dass die erste Diagnose in der Ambulanz genauer und besser sein wird, und, dass der Patient in das für ihn am besten geeignete Krankenhaus eingeliefert wird.”

Das Design von herkömmlichen Ambulanzen bereitet den Sanitätern manchmal Schwierigkeiten, insbesondere, wenn sie den Patienten während der Fahrt behandeln müssen. Die Rettungssanitäterin Elaine Parris weiß davon ein Lied zu singen: “Es ist nicht ideal, wenn man während der Fahrt hin und her laufen muss. Es wäre besser, wenn alles vor einem und einfach zu erreichen wäre. Wir können nicht auf die andere Seite des Patienten gelangen und die Schränke gehen nicht so weit auf, wie sie sollten. Um an diesen Schrank zu gelangen, muss ich mich über den Patienten beugen und das ist nicht ideal, wenn er sich z.B. übergibt.”

Alle innovativen Ideen wurden beim Bau des Prototyps umgesetzt. Die Forscher haben beim Entwurf dieses neuen Rettungswagens versucht, alle Bedürfnisse der Sanitäter zu berücksichtigen. Der Designer Gianpaolo Fusari vom Royal College of Art erklärt: “Das digitale Diagnose- und Kommunikationssystem wird den Patienten überwachen und es sendet die Daten an das Krankenhaus. Die Trage befindet sich in der Mitte der Ambulanz, so können die Sanitäter den Patienten von allen Seiten aus behandeln. Eine andere Innovation sind diese “Behandlungsboxen”. Nach Gebrauch muss man nur die alte Boxl durch ein neue ersetzen.”

Der Rettungswagen von morgen wird in der Lage sein, Informationen zu senden und zu erhalten. Die Sanitäter können so in kritischen Momenten Hilfe von außen bekommen.
Andy Newton, der Vorsitzende des Rats der Sanitäter, ist zuversichtlich: “Die Technik entwickelt sich zunehmend schneller und ständig weiter. In der Zukunft werden wir mehr das Internet benutzen und Telemedizin praktizieren. Wir haben bei diesem Projekt auch die Möglichkeit ein mobiles Labor in dem Fahrzeug zu haben. Auch der Einsatz von Ultraschallgeräten und Röntgengeräten wird in Zukunft möglich sein.”

Diese neuen Standards werden bald in allen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden.

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