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Russlands EU-Botschafter Tschischow zum Syrien-Einsatz: "Dieses ist nicht der Dritte Weltkrieg"

Die Luftangriffe, die Russland mit der Billigung der syrischen Führung durchführt, haben im Westen Besorgnis ausgelöst. Sie werfen viele Fragen auf

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Russlands EU-Botschafter Tschischow zum Syrien-Einsatz: "Dieses ist nicht der Dritte Weltkrieg"

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Die Luftangriffe, die Russland mit der Billigung der syrischen Führung durchführt, haben im Westen Besorgnis ausgelöst. Sie werfen viele Fragen auf, von denen wir einige mit unserem Gast im Studio, mit dem russischen EU-Botschafter Wladimir Tschischow, zu klären versuchten.

euronews.
“Welche Absichten verfolgt Russland in Syrien?”

Wladimir Tschischow:
“Russland will dort die terroristische Bedrohung bekämpfen, die von der Gruppe Islamischer Staat, die auch Daasch genannt wird, oder von anderen Organisationen ausgeht. Russland unterstützt dabei nicht die syrische Armee. Es gibt mehr als 2.000 russische Bürger oder Angehörige der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, die in Syrien an der Seite der Terroristen kämpfen. Wir wollen nicht, dass diese Leute siegen und dann nach Russland zurückkehren.”

euronews:
“Warum geschieht das jetzt, vier Jahre nach dem Ausbruch des Krieges?”

Wladimir Tschischow:
“Ich denke, dass die Lage nicht nur in Syrien sondern in der ganzen Region sehr gefährlich geworden ist. Wir haben Wert darauf gelegt, in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht zu handeln.”

euronews:
“Das militärische Gerät, das zum Einsatz kommt, ist mehr als beeindruckend: 20 Jagdflugzeuge, Panzer, Schützenpanzer, modernste Ausrüstungen…Ist dies der Dritte Weltkrieg?”

Wladimir Tschischow:
“Nein, es handelt sich nicht um den Dritten Weltkrieg. Der russische Einsatz ist verglichen mit dem anderer Länder in den Staaten der Region nicht sehr groß.”

euronews:
“Könnte es sein, dass Russland einen Fuß in der Tür zum Nahen Osten behalten will?”

Wladimir Tschischow:
“Es geht nicht darum, einen Fuß in der Türe zu behalten. Natürlich wollen wir weiterhin in Nahost sowohl diplomatisch als auch politisch präsent bleiben. Und wenn es notwendig ist, auch militärisch, doch auf der Grundlage internationalen Rechts.”

euronews:
“Wird Russland aus Syrien wieder abziehen, sobald die Militäraktionen abgeschlossen sind?”

Wladimir Tschischow:
“Ich weiß nicht, wie lange die Militäraktionen dauern werden, doch
wenn sie nicht mehr notwendig sind, gibt es auch andere Möglichkeiten, unseren Militärhaushalt zu nutzen.”

euronews:
“Wann werden die Aktionen nicht mehr nötig sein?”

Wladimir Tschischow:
“Wenn die terroristische Gefahr beseitigt ist und Frieden und Stabilität zurückkehren.”

euronews:
“Inzwischen sind im Westen Stimmen laut geworden, die behaupten, Russland greife nicht nur die Terrormiliz Islamischer Staat sondern auch Rebellen an, die gegen das Regime Assads kämpfen…”

Wladimir Tschischow:
“Das russische Militär bekämpft die Terrormiliz Islamischer Staat sowie Terrororganisationen, die mit der Miliz verbunden sind, darunter Jabhat al-Nusra.”

euronews:
“Wie gehen Sie angesichts der Militäraktionen der USA und Frankreichs in Syrien vor?”

Wladimir Tschischow:
“Wir informieren einander!”

euronews.
“Gibt es parallel dazu politische Bemühungen zur Beendigung der Krise?”

Wladimir Tschischow:
“Über das politische Vorgehen sollte Syrien bestimmen, worüber sich die wichtigsten Akteure 2012 einig waren. Wir haben nicht die Rolle eines Vermittlers übernommen. Wir machen einen Weg frei…, wir ermöglichen direkte Gespräche zwischen diesen.”