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Portugal nach der Wahl: Geschwächte Konservative müssen Wachstum stärken

Pedro Passos Coelho hat die Parlamentswahl in Portugal gewonnen. Er ist der erste Regierungschef eines europäischen Krisenlandes, der sein Amt trotz

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Portugal nach der Wahl: Geschwächte Konservative müssen Wachstum stärken

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Pedro Passos Coelho hat die Parlamentswahl in Portugal gewonnen. Er ist der erste Regierungschef eines europäischen Krisenlandes, der sein Amt trotz der von ihm durchgeführten Sparmaßnahmen wohl behält.

Meinung

Meine Geschäfte gehen besser.

Der Politikprofessor Pedro Magalhaes von der Uni in Lissabon erklärt: “Coelho gilt als ruhiger, zurückhaltender und ehrlicher Mensch, auch wenn die Opposition viele Widersprüche aufgezeigt hat zwischen den Versprechen, die er vor der Wahl 2011 gemacht hatte, und seinen anschließenden Handlungen.”

Coelhos sozialistische Konkurrent Antonio Costa lag in den Umfragen zeitweilig vorn. Aber seine Versprechen, die Sparpolitik zu mildern, reichten nicht aus, um dem Regierungschef das Amt abzujagen.

Pedro Magalhaes : “Costa gilt als jemand, der sich nicht klar von der vorigen sozialistischen Regierung abgrenzt. Diese endete mit einem Rettungspaket, was die Menschen sehr verärgert hat.”

Im Vergleich zu 2011, als das Land am Bankrott vorbeischrammte, und den drei Rezessionsjahren, die folgten, hat sich die Wirtschaft leicht erholt: In diesem Jahr liegt das Wachstum bei 1,6 Prozent.

Die Fischhändlerin Rosa Maria meint: “Meine Geschäfte gehen besser. Wir haben viele Touristen, die dabei auch geholfen haben. Verglichen mit der Lage vor fünf Jahren ist es besser.”

Allerdings hat die konservative Regierungskoalition Coelhos im Vergleich zu 2011 gut 600.000 Stimmen verloren, die Enthaltung war mit rund 40 Prozent sehr hoch. Viele Portugiesen scheinen angesichts der Sparpolitik resigniert zu haben.

Der Maler Luis sagt: “Sie versprechen alles, die Welt, aber wir sehen nichts. So sieht es aus. Wir arbeiten und arbeiten und verdienen immer weniger.”

Die Arbeitslosigkeit ist von ihrem 18-Prozent-Höchststand im Jahr 2013 auf derzeit 12,4 Prozent gefallen. Unter jungen Menschen ist sie mit 30 Prozent aber nach wie vor sehr hoch.

Felipe Fernandes, ein Stundent, sagt: “Ich denke, ich muss für einen besseren Job ins Ausland. Daran denke ich, seit ich angefangen habe zu studieren.”

Im Parlament ist die Linke nun in der Mehrheit. Der erste Test für die neue Regierung wird also in den kommenden Wochen die Verabschiedung des Haushalts für 2016 sein.