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Nato-Strategie zu Syrien: Nicht vorhanden

Bodentruppen der Nato im Einsatz, das wird es in Syrien wohl so bald nicht geben. Die Antwort auf die Frage, was das Bündnis in Syrien macht, lautet

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Nato-Strategie zu Syrien: Nicht vorhanden

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Bodentruppen der Nato im Einsatz, das wird es in Syrien wohl so bald nicht geben. Die Antwort auf die Frage, was das Bündnis in Syrien macht, lautet: nicht allzu viel. Sicher, die Lage ist komplexer, aber die Nato scheint sich dieser Tage vor allem darauf zu beschränken, Erklärungen abzugeben und Reden zu halten, vor allem zu Russland. Seit dem Beginn des Syrien-Kriegs hat sich die Nato für eine politische Lösung des Konflikts ausgesprochen. Ein militärisches Eingreifen stand nicht ernsthaft zur Debatte.

2012 forderte das Nato-Mitglied Türkei Unterstützung durch das Bündnis an. Immerhin tobt der Krieg in seiner unmittelbaren Nachbarschaft. Die Nato schickte Patriot-Abwehrraketen, um die Türkei vor möglichen Luftangriffen zu schützen. Daneben unternimmt die Nato auch Aufklärungsflüge, etwa mit den unbewaffneten AWACS-Maschinen. Diese Einsätze sollen mögliche Gefahren aus dem Kriegsgebiet identifizieren. Außerdem liefern die Aufklärer den Kampfjets der derzeit aktiven Anti-IS-Koalition unter US-Führung taktische Informationen.

Nach dem Natogipfel im September 2014 ist die Gegenwart geprägt von zahlreichen Krisen, und Syrien ist auf den zweiten Platz hinter den Ukraine-Konflikt gerutscht. Eine wegweisende Entscheidung zu Syrien wird die Allianz wohl so bald nicht treffen. Kurz vor dem Gipfel hatten sich Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, die Türkei, Italien, Polen die USA, Kanada und das Nicht-Natoland Australien zu einer sogenannten Kernkoalition für den Kampf gegen den Islamischen Staat zusammengetan. Die Terroristen hatten im Juni 2014 ihre Offensive im Norden des Irak gestartet. Die Nato lieferte nicht mehr als logistische und humanitäre Hilfe sowie Ausbildungsmissionen.

Heute gehören der Anti-IS-Koalition 22 Staaten an. Viele gehören zur Nato. Die sagt daher, sie sei nicht völlig inaktiv in Syrien. Allerdings: Ohne ein UNO-Mandat will die Nato wohl kein solches Risiko eingehen, wie sie es in Libyen getan hat. Außerdem sitzt Syriens Präsident Assad immer noch im Sattel und wird von wichtigen Staaten wie Russland oder dem Iran unterstützt. Und so gibt es in der Syrien-Angelegenheit von der Nato statt einer einheitlichen Linie vor allem eine vielstimmige Kakophonie.

Website der Nato
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