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Ungarn: Sorge wegen des hohen Zustroms muslimischer Flüchtlinge wächst

Tag für Tag überqueren Tausende Flüchtlinge und illegale Migranten die Grenze zu Ungarn. Zwar wollen die meisten nach Deutschland oder Schweden, doch

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Ungarn: Sorge wegen des hohen Zustroms muslimischer Flüchtlinge wächst

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Tag für Tag überqueren Tausende Flüchtlinge und illegale Migranten die Grenze zu Ungarn. Zwar wollen die meisten nach Deutschland oder Schweden, doch werden einige wegen der EU-Quoten in Ungarn bleiben. Die meisten illegalen Migranten und Flüchtlinge sind Muslime. Und das sehen viele Menschen in den überwiegend christlich geprägten Gesellschaften Zentral- und Osteuropas mit gemischten Gefühlen.

Meinung

In der Geschichte gibt es viele Beispiele, wo Juden und Muslime friedlich und harmonisch zusammenlebten

Zoltán Sulok ist Präsident des Verbands der Muslime in Ungarn. Er fordert stärkere Integrationsbemühungen von den Europäern. Und das bedeute auch, die Werte der muslimischen Migranten anzuerkennen.

“Ein Weg, muslimische Flüchtlinge zu integrieren, ist, sie fair zu behandeln. Das ist sehr wichtig. Wenn wir das Thema aus religiösem Blickwinkel betrachten, ist das Wichtigste, dass die Muslime ihre Religion, den Islam, korrekt ausüben können.”

Anders als die Muslime sind die Juden seit jeher ein fester Bestandteil der ungarischen Gesellschaft und Geschichte – auch wenn diese Geschichte teils von enormem Leid, von Verfolgung und dem Massenmord im Holocaust gekennzeichnet ist. Die jüdische Gemeinschaft im Land ist geteilter Ansicht, was den massiven Zustrom von Muslimen angeht. András Heisler, der Präsident des Verbands jüdischer Gemeinden in Ungarn sagt, Integration sei ein langer und für beide Seiten schwieriger Weg. Dennoch zeigt er sich optimistisch.

“In der Geschichte gibt es viele Beispiele, wo Juden und Muslime friedlich und harmonisch zusammenlebten und eine fruchtbare Gemeinschaft bildeten. Ich denke daher nicht, dass wir Angst davor haben sollten, wieder zusammenzuleben.”

Von der katholischen Bischofskonferenz konnten wir niemanden für ein Gespräch erreichen. Die meisten Ungarn sind Katholiken. Nach der Aufforderung von Papst Franziskus an europäische Kirchengemeinden, Flüchtlingsfamilien Schutz zu bieten, teilte die Konferenz mit, man untersuche Möglichkeiten, wie man dieser Aufforderung nachkommen könne.

Zoltán Sulok, Präsident des Moslemverbands, verlangt, an die Fluchtursache zu denken: “Viele Leute in Europa, besonders hier in Zentral -und Osteuropa vergessen, dass jemand, der aus Afghanistan kommt, vor dem Krieg flieht. Die Menschen in Afghanistan leben seit 1979 im Krieg. Viele, die kommen, haben nie in einer normalen Gesellschaft wie der unseren gelebt.”

András Heisler vom jüdischen Verband erinnert an die Verantwortung der Politik, gegen Terror vorzugehen: “Wir sollten keine Angst vor der Religion der anderen haben. Wir sollten Angst vor Terrorismus haben. Und es ist die Aufgabe der Regierungen und der Europäischen Union, die Terroristen aus der Gruppe der Migranten und Flüchtlinge herauszupicken. Es ist ihr Job, das Risiko und die Gefahr zu minimieren.”