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Abertausende Schwimmwesten - Zeugen der Flüchtlingskrise, Ballast für die Umwelt

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Abertausende Schwimmwesten - Zeugen der Flüchtlingskrise, Ballast für die Umwelt

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Der Flüchtlingsdruck produziert nicht nur tausende Tote – auf dem Mittelmeer sind es nach Zahlen des UNHCR bereits über 3000 im Jahr 2015 – sondern auch Abfall. An den Stränden der angelaufenen Mittelmeerstrände bleiben tausende Gegenstände zurück.

Ein Forscher der Fachabteilung Meeresstudien an der Universität der Ägäis auf der Insel Lesbos hat das Strandgut an zwei Stränden der Insel gezählt und gewogen.

Weiterbenutzbare Rettungswesten, Schwimmkörper, so manches Kleidungsstück und andere Utensilien werden als Ballast abgelegt und so zur Belastung für Umwelt, Fischerei und Tourismus.

Manchmal zerstören Übersetzende in Reichweite der Strände auch ihre Schlauchboote, um zu verhindern, von den Behörden zur Umkehr gezwungen zu werden.

Auf einem 100 Meter langen Abschnitt eines der Strände zählte Stelios Katsanevakis, Autor der Studie, dabei 283 Rettungswesten, 48 aufblasbare Gummiringe und 36 Kleidungsstücke.

Im Kontext des gesamtem Mittelmeerraumes dürften die Zeugnisse der Flüchtlingskrise nur eine vergleichweise kleine Menge darstellen. Lokal sind sie jedoch ein Problem.

So zerfällt beispielsweise Plastikmüll unter UV- und Witterungseinwirkung mittelfristig zu kleinen Partikeln, die sich im Bauch von Fischen und Seevögeln sammeln und dort Schadstoffe abgeben und die Verdauung stören können. Auch für den für die Inseln überlebenswichtigen Tourismus kann das Strandgut zur Belastung werden.

Um das Zivilisationsproblem nicht zum Umweltproblem werden zu lassen, sind meist Freiwillige gefragt, die das zusammengetragenen Strandgut zu oft meterhohen Haufen auftürmen. Vorübergehend.