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Kein Ende der Gewalt in Nahost: Netanjahu sagt Treffen mit Kanzlerin Merkel ab

Im besetzten Westjordanland haben sich auch am Mittwoch in mehreren Städten demonstrierende Palästinenser und israelische Streitkräfte

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Kein Ende der Gewalt in Nahost: Netanjahu sagt Treffen mit Kanzlerin Merkel ab

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Im besetzten Westjordanland haben sich auch am Mittwoch in mehreren Städten demonstrierende Palästinenser und israelische Streitkräfte Straßenschlachten geliefert.
Nach Angaben des palästinensischen Roten Halbmonds wurden dabei mindestens 271 Palästinenser verletzt.

In Ramallah warfen Demonstranten mit Steinen auf israelische Sicherheitskräfte. Diese setzten daraufhin Tränengas und Blendgranaten ein. Mindestens zwei Palästinenser sollen von als Zivilisten verkleideten israelischen Streitkräften verhaftet worden sein.

In der südisraelischen Stadt Kirjat Gat tötete die Polizei einen Palästinenser, nachdem er einen Soldaten mit einem Messer verletzt und ihm seine Waffe weggenommen haben sollte. In der Altstadt von Jerusalem griff eine 18-jährige Palästinenserin einen Israeli mit einem Messer an. Der Mann zog seine Waffe und verletzte die Angreiferin mit mehreren Schüssen schwer.
In einem Einkaufszentrum bei Tel Aviv fügte ein Messerattentäter einem Kunden schwere Verletzungen zu.

Wegen der fortwährenden Gewalt sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die deutsch-israelischen Regierungskonsultationen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin ab. Diese waren für Donnerstag vorgesehen. “Mit Blick auf die Sicherheitslage wurde der Termin in Absprache mit der deutschen Regierung verschoben”, sagte ein Regierungssprecher in Jerusalem. Die Bundesregierung äußerste in Berlin ihr Bedauern über die Absage. Einen neuen Termin gibt es noch nicht.

Derartige Regierungskonsultationen gibt es zwischen Deutschland und Israel seit 2008.
In diesem Jahr feiern Deutschland und Israel das 50-jährige Bestehen ihrer diplomatischen Beziehungen.