Eilmeldung

Eilmeldung

Mögliche dritte Intifada: Das sagen führende Palästinenservertreter

Wir sind in Dschenin im Westjordanland. Hier wollen wir herausfinden, was die verschiedenen Palästinensergruppen über eine mögliche dritte Intifada

Sie lesen gerade:

Mögliche dritte Intifada: Das sagen führende Palästinenservertreter

Schriftgrösse Aa Aa

Wir sind in Dschenin im Westjordanland. Hier wollen wir herausfinden, was die verschiedenen Palästinensergruppen über eine mögliche dritte Intifada denken. Die wichtigste Organisation hier ist die Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas. Dschamal Dscharadat, der Fatah-Vertreter in Dschenin, sagt, ausschlaggebend für die Bewegung seien die Direktiven von Abbas und das politische Programm der Fatah. “Wir unterstützen den Widerstand des Volkes und wir setzen uns dafür ein, dass seine Ziele erreicht werden. Die Fatah hat das Recht, zu jedem gegebenen Zeitpunkt alle zur Verfügung stehenden Mittel angemessen einzusetzen.”

Meinung

"Wir unterstützen jede Form palästinensischen Widerstands, auch des gewaltsamen."

Die Hamas wiederum, die in Opposition zur Abbas-Regierung steht, beklagt unter anderem eine “Judaisierung” Jerusalems und spricht von Kolonialisierung. Das sei das Ergebnis von 23 Jahren Friedensverhandlungen, so Wasfi Kabaha, der Hamas-Anführer im Westjordanland. “Die Sicherheitskoordination zwischen Israel und der Palästinenserregierung schränkt die Reaktionsfähigkeit der Palästinenser und ihren Widerstand gegen die israelische Besatzung ein. Die meisten Gefangenen, die von Israel freigelassen werden, werden daraufhin von der Palästinenserbehörde inhaftiert. Das ist ein großes Problem, sowohl für die Hamas als auch für die anderen Palästinenserfraktionen.”

Khader Adnan vom vielfach als Terrororganisation eingestuften Islamischen Dschihad in Palästina hält die Intifada für ein legitimes Mittel gegen die israelische Besatzung. “Warum sollte unser Volk nicht Widerstand leisten dürfen gegen diese Besatzung? Der Widerstand muss geeint sein. Mit diesem Aufstand wollen wir zeigen, dass wir gegen die Verhandlungen sind, diese sind Vergangenheit. Wir wollen aber nicht, dass diese Intifada dem palästinensischen Chefunterhändler (Saeb Erekat – Red.) nützt.”

Auch die Volksfront zur Befreiung Palästinas stellt sich hinter einen möglichen dritten Palästinenseraufstand. Einer ihrer führenden Vertreter, Dschafar Abu Salah, sagte uns: “Wir unterstützen jede Form palästinensischen Widerstands, auch des gewaltsamen Widerstands gegen die Ungerechtigkeit und Aggression der Besatzer.”

Unser Reporter Mohammed Shaikhibrahim resümiert: “Die Spaltung unter den Palästinensern und die verschiedenen politischen Programme aller Fraktionen bleiben ein großes Hindernis für die Palästinenser in ihrem Konflikt mit Israel. Die teils tiefen innerpalästinensischen Gräben verhindern es, dass die Palästinenser eine gemeinsame, geeinte Haltung gegenüber Israel einnehmen können.”