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Deutsche Bank: "Neuer Besen" Cryan kehrt Risiken hinaus

Der neue Chef der Deutschen Bank John Cryan schreibt zum Auftakt insgesamt 7,6 Milliarden Euro ab, vor allem auf die vor der Abspaltung stehende

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Deutsche Bank: "Neuer Besen" Cryan kehrt Risiken hinaus

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Der neue Chef der Deutschen Bank John Cryan schreibt zum Auftakt insgesamt 7,6 Milliarden Euro ab, vor allem auf die vor der Abspaltung stehende Deutsche Postbank und das Investmentbanking, das längst nicht mehr so lukrativ ist wie vor der Krise.

Meinung

Die große Ausschüttungskultur an Boni in den Banken - das wird ein Ende haben müssen,

1,2 Milliarden Euro muss die Bank erneut für Rechtsstreitigkeiten zur Seite legen – insgesamt hat sie allein in diesem Jahr für die Altlasten schon vier Milliarden Euro zurückgestellt. Das trug dem deutschen Branchenprimus im dritten Quartal insgesamt sechs Milliarden Euro Verlust ein.

Auch im Gesamtjahr dürften tiefrote Zahlen stehen. Nach neun Monaten summiert sich das Minus netto auf rund fünf Milliarden Euro.

Ascan Iredi, Online-Broker “Flatex”, Frankfurt:

“In gewisser Weise ist dies keine Überraschung. Was ist für einen neuen Chef das Erste? Aufräumen. Und das muss er auch tun, um dann neu aufbauen zu können. Das ist jetzt ein ganz dicker Brocken, etwa 6,3 Milliarden Euro. Was er sich einfallen lässt? Ich glaube, die große Ausschüttungskultur an Boni in den Banken – das wird ein Ende haben müssen, auch bei der Deutschen Bank. Die Zeiten haben sich tatsächlich für alle geändert.”

Wer muss neben den 98.000 Mitarbeitern noch opfern? Beobachter erwarten (laut Reuters) den Abbau tausender Stellen – Berichte sprechen von 23.000. Die Dividende für 2015 will der Bank-Vorstand kräftig kürzen oder sogar streichen. Sparpotential: Rund eine Milliarde Euro.

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Mit den Einsparungen sinke die Gefahr, dass die Bank die Aktionäre ein weiteres Mal um Kapital bitten müsse, meinten Analysten und Investoren. “Cryan macht mit dem Schritt deutlich, dass er keine Kapitalerhöhung braucht”, so ein Mitarbeiter bei einem der größten zehn Anleger. “Das ist die entscheidende Botschaft.”

su mit Reuters