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"Quartett für den nationalen Dialog" erhält Friedensnobelpreis - "Alle Tunesier können stolz sein"

Der Friedensnobelpreis 2015 geht nach Tunesien. Geehrt wird das “Quartett für den nationalen Dialog”, welches sich für Demokratie in dem

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"Quartett für den nationalen Dialog" erhält Friedensnobelpreis - "Alle Tunesier können stolz sein"

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Der Friedensnobelpreis 2015 geht nach Tunesien. Geehrt wird das “Quartett für den nationalen Dialog”, welches sich für Demokratie in dem nordafrikanischen Land engagiert. Die Organisation setzt sich aus dem Gewerkschaftsverband UGTT, dem Arbeitgeberverband UTICA, der Menschenrechtsliga LTDH und der Anwaltskammer zusammen.

Meinung

Auf den Preis können alle Tunesier stolz sein. Ich selbst bin sehr stolz. Das "Quartett für den nationalen Dialog" hat für Tunesien eine große Bedeutung.

Die norwegische Jury hatte ihre Entscheidung am Freitag in Oslo bekannt gegeben. In ihrer Begründung hieß es, die Gruppe habe Tunesien dabei geholfen, innerhalb von wenigen Jahren ein konstitutionelles Regierungssystem aufzubauen, das Grundrechte garantiert.

Das Quartett formierte sich nach einer Reihe politischer Morde und
sozialer Unruhen im Sommer 2013. Auf Initiative der größten Gewerkschaft UGTT kam ein nationaler Dialog in Gang, aus dem eine neue Übergangsregierung mit ausschließlich parteiunabhängigen Experten
hervorging.

Seit Februar ist der parteilose Ökonom Habib Essid Regierungschef. Die massiven wirtschaftlichen und sozialen Probleme sind aber nicht gelöst. Mehr als 15 Prozent der elf Millionen Tunesier sind arbeitslos. Hinzu kommen der inländische Terrorismus und eine militärische Bedrohung durch islamistische Milizen, die von Libyen oder Algerien aus operieren.

Die Jasminrevolution in Tunesien 2010/2011 war der Beginn des Arabischen Frühlings. Mehrere Regime wurden gestürzt, doch nicht überall kam es zur erhofften Freiheit. Als einziges arabisches Land brachte Tunesien seine Demokratisierung voran. 

Für einige Beobachter kam die Entscheidung des Nobel-Komitees überraschend. Zu den Favoriten hatte dieses Jahr auch Bundeskanzlerin Angela Merkel gehört. Sie bezeichnete die Preisvergabe an die Tunesier als “ausgezeichnete Entscheidung”. Die Kanzlerin habe “großen Respekt vor der Leistung der Preisträger”, so Regierungssprecher Steffen Seibert.

Mehrere ranghohe Politiker begrüßten die Entscheidung der norwegischen Jury: