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Bryan Cranston und Helen Mirren in "Trumbo"


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Bryan Cranston und Helen Mirren in "Trumbo"

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In die Abgründe der McCarthy-Ära taucht der US-Streifen Trumbo mit Bryan Cranston bekannt aus der Serie “Breaking Bad”. Er spielt den US-amerikanischen Drehbuch- und Romanautor Dalton Trumbo, (der zur Gruppe der Hollywood Ten gehörte), die sich unter Berufung auf die US-amerikanische Verfassung weigerten, vor dem Komitee für unamerikanische Umtriebe auszusagen, wofür er zu 11 Monaten Haft verurteilt und auf die schwarze Liste gesetzt wurde. Es ist ein Film mit starker Botschaft, wie Bryan Cranston bei der Premiere auf dem London Film Filmfestival betonte.

Bryan Cranston: “Die Gedanken sind frei, niemand kann sie kontrollieren. Das Interessante an Trumbo ist, dass er wegen seiner politischen Überzeugung für ein Jahr ins Gefängnis gesteckt wurde, dabei hatte er nichts verbrochen. Und das darf in einem zivilisierten Land nicht geschehen.”

John Goodman spielt Filmproduzent Frank King, der dem geächteten Trumbo dennoch Arbeit gab. “Was ich an ihm bewundere, ist, wie produktiv und gut er war, und dass er den Mut hatte, zu seinen Überzeugungen zu stehen.”

Filmdame Helen Mirren (“Die Queen”) ihrerseits verkörpert die Klatschkolumnistin mit Hutfimmel Hedda Hopper, die maßgeblich zum Sturz Trumbos beitrug. Könnte sie sich vorstellen, heute auf der schwarzen Liste zu landen?

Helen Mirren: “Höchstwahrscheinlich fürs Fluchen. Ich habe oft Ärger damit, auch mit schlechtem Verhalten. Wissen Sie, ich mache das nicht mit Absicht. Das ist immer ein Missverständnis oder geschieht aus Versehen.”

Nach seiner Haft zog Trumbo mit seiner Familie für zwei Jahre nach Mexiko und schrieb dann jahrelang unter Pseudonym. Darunter waren die beiden oscarpreisgekrönten Werke “Ein Herz und eine Krone” (mit Audrey Hepburn und Gregory Peck) und “Roter Staub”.

Bei Stanley Kubricks “Spartacus” und Otto Premingers “Exodus” von 1960 erschien erstmals wieder sein eigener Name im Vorspann.

1971 verfilmte er selbst seinen Roman “Johnny zieht in den Krieg”. Der Antikriegsfilm wurde auf Intervention von Jean Renoir, Luis Buñuel und Otto Preminger ins offizielle Programm von Cannes aufgenommen und erhielt den Großen Preis der Jury (sowie den FIPRESCI-Preis der Filmkritik).

“Trumbo” von Jay Roach kommt im November in die US-Kinos, der deutschsprachige Starttermin ist noch nicht bekannt.

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