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Auch Anleger mögen Gold und Silber

Was die Öl- und Edelmetallpreise betrifft, gibt es einen Hoffnungsschimmer. Seit Monatsbeginn hat es Zugewinne gegeben. Nach der enttäuschenden

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Auch Anleger mögen Gold und Silber

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Was die Öl- und Edelmetallpreise betrifft, gibt es einen Hoffnungsschimmer. Seit Monatsbeginn hat es Zugewinne gegeben. Nach der enttäuschenden Entwicklung an den Börsen im dritten Quartal scheinen Investoren auf Edelmetalle als sichere Anlage zu setzen. Gold hat die besten Quartalszahlen seit dem ersten Quartal des vergangenen Jahres erzielt, während der Silberpreis mit dem größten Anstieg innerhalb einer Woche und den besten Eröffnungszahlen des vierten Quartals seit 2013 überraschte.

Die Ölpreise sind auf dem Weg nach oben und beendeten die vergangene Woche mit Zugewinnen von über acht Prozent. Und das, obwohl es Berichte über gestiegene Lagerbestände in den Vereinigten Staaten gab, was für gewöhnlich eher einen sinkenden Ölpreis zur Folge hat, da derartige Meldungen unmittelbar mit einem Überangebot in Verbindung gesetzt werden. Manche Beobachter gehen davon aus, dass die Preise weiter steigen und in den kommenden zwei Jahren 75 Dollar pro Barrel erreichen könnten.

Edelmetalle sind derzeit beliebte Anlagen, die Preise zogen an. Zwischen Monatsbeginn und dem Ende der vergangenen Woche packte Gold rund vier Prozent drauf. Zu Beginn dieser Woche schnellte der Goldpreis auf den höchsten Wert seit Juli hoch.

Die US-Notenbank teilte mit, eine Leitzinserhöhung zu verschieben, was wiederum den Dollar beeinflusste. Auch die nicht eben euphorischen Zahlen der chinesischen Wirtschaft sorgen dafür, dass sich Edelmetalle erhöhter Nachfrage erfreuen.
Dazu gehört auch Silber, das starke Zahlen einfuhr und seit vergangenem Freitag rund neun Prozent gewann. Und diese Entwicklung könnte sich noch fortsetzen, meinen Analysten. Edelmetalle gelten als sichere Anlage – in Zeiten vieler Fragezeichen werden solide Werte fast wie Beruhigungstropfen genommen.

euronews:
Nour Eldeen Al Hammoury, es gab vergangene Woche trotz der hohen US-Reserven einen bemerkenswerten Anstieg des Ölpreises. Könnte man sagen, dass die Preiserholung begonnen hat?

Nour Eldeen Al Hammoury (ADS Securities):
Ja, wir haben schon im August Zeichen einer Stabilisierung erkannt, denn die meisten Negativaspekte sind bereits eingerechnet. Es war das Gold-Öl-Verhältnis, das vor allen anderen Indikatoren Stabilisierungssignale sendete. Und aufgrund der Politik der US-Notenbank hatten wir es mit einem schwächeren Dollar zu tun. Das trieb den Ölpreis an. Wir müssen in der nächsten Zeit auf weitere Zeichen achten, doch es sieht nach einer Stabilisierung mit leichtem Aufwärtstrend aus: Das hat mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und mit einer möglichen OPEC-Sitzung über die derzeitigen Preise zu tun.

euronews:
Der Goldpreis wurde in der vergangenen Woche auch von der Entscheidung der US-Notenbank beeinflusst, die Anhebung des Leitzinses zu verschieben. Edelmetalle waren gefragt: Könnte sich diese Entwicklung fortsetzen oder ist das nur eine vorübergehende Erscheinung?

Al Hammoury:
In jeder Zeit der Unsicherheit greifen alle auf Gold zurück. Das ist auch kürzlich geschehen, nachdem einige Hedgefonds deutliche Verluste aufgrund der Abwärtsentwicklung der Märkte in den vergangenen Wochen verzeichneten. Die Unsicherheit angesichts der Politik der US-Notenbank kommt hinzu, deshalb waren sichere Werte wie Gold sehr gefragt. Der jüngste Bericht der US-Behörde für Future- und Optionsmärkte CFTC ließ ebenfalls erkennen, dass viele Händler und Investoren zu sicheren Anlagen gewechselt sind. Sollte die Unsicherheit anhalten, könnte es weitere Zugewinne geben.

euronews:
Sprechen wir über Silber. Wenn das Gold-Silber-Verhältnis stimmt, wie konnte Silber dann weitere Zugewinne verzeichnen?

Al Hammoury:
Wenn man die Geschichte des Gold-Silber-Verhältnisses betrachtet, fällt auf, dass Silber immer dann sehr beliebt war, wenn der Wert zwischen 77 und 88 lag. Das ist seit den 1980er Jahren der Fall. In der vergangenen Woche erreichte das Gold-Silber-Verhältnis den Wert 77 und fiel dann auf 71. Silber legte um mehr als elf Prozent zu. Sollte Silber in den nächsten Wochen weitere Zugewinne verbuchen und sollte das Verhältnis unter 80 liegen, dann könnte man sagen, dass Silber unten angelangt ist. Dann könnten sich weitere Gewinne ankündigen.

euronews:
Welches sind die Werte, die Händler im Moment im Blick haben sollten?

Al Hammoury:
Kurzfristig gehen viele Händler und Investoren von 17 und 18 Dollar pro Unze aus. Diese beiden Werte sind wie ein solides Bollwerk. Es könnte einen kurzzeitigen Abwärtstrend geben, bevor es wieder in die andere Richtung geht. Wenn denn das Gold-Silber-Verhältnis stimmt.