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Messerattacken auf Israelis: Wer sind die Angreifer?

Eine Straße zwischen den jüdischen Siedlungen Itamar und Elon Moreh im Westjordanland. Am zweiten Oktober eröffnet hier ein Angreifer das Feuer auf

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Messerattacken auf Israelis: Wer sind die Angreifer?

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Eine Straße zwischen den jüdischen Siedlungen Itamar und Elon Moreh im Westjordanland. Am zweiten Oktober eröffnet hier ein Angreifer das Feuer auf ein israelisches Fahrzeug. Eine Familie sitzt darin. Die Kinder kommen mit Verletzungen davon, die Eltern werden getötet.
Der Vorfall ist der Beginn einer neuen Welle der Gewalt im Nahost-Konflikt.

Der israelische Verteidigungsminister gibt der palästinensischen Führung die Schuld: “Wir befinden uns in einer Zeit der Gewalt. Möglicherweise hat das mit dem Tempelberg zu tun. Bedauerlicherweise ist in dem Fall die palästinensische Führung – besonders der Präsident – Schuld. Er ermutigt zu Gewalt. All das führt zu Morden und Blutvergießen.”

Nur einen Tag später kommt es zur nächsten Bluttat. Diesmal in Jerusalem: Ein Palästineser geht mit einem Messer auf eine jüdische Familie und eine Gruppe von Touristen los. Zwei Menschen sterben, vier werden schwer verletzt. Der Angreifer selbst wird von der Polizei getötet.

Bei den Attacken der darauffolgenden Tage kommen immer wieder Messer zum Einsatz. Die Täter sind einsame Wölfe. Ein Modus Operandi, der es erschwert, die Gewalt in den Griff zu bekommen.

Aus Sicht der israelischen Siedler gibt es nur zwei Lösungen, um den Attacken so schnell wie möglich Einhalt zu gebieten: Zum einen müsse eine neue Intifada im Keim erstickt werden, so wie es Israel vor 13 Jahren während der ersten getan habe. Zum anderen müssten die Anführer, die zu Gewalt aufrufen, gefunden und getötet werden.

Doch die Protestierenden und Angreifer werden weder von der Fatah-Bewegung noch von der Hamas gesteuert, so wie in vorangegangen Aufständen. Die Jugendlichen rebellieren für ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung, organisieren sich in sozialen Netzwerken.

Befeuert wird ihre Wut vom Streit um die Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg, der heiligen Stätte für Juden und Muslime mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee. Beten dürfen dort nach geltenden Vereinbarungen nur Muslime.

Doch seit vermehrt Juden den Tempelberg besuchen durften, ist die Befürchtung groß, Israel wolle den Status der heiligen Stätte ändern.