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"OPEC für Bier" braut sich zusammen

Der weltgrößte amerikanisch-belgisch-brasilianische Bierkonzern Anheuser-Busch (AB Inbev) ist mit einer nochmal aufgestockten Übernahmeofferte im

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"OPEC für Bier" braut sich zusammen

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Der weltgrößte amerikanisch-belgisch-brasilianische Bierkonzern Anheuser-Busch (AB Inbev) ist mit einer nochmal aufgestockten Übernahmeofferte im Milliardendeal um die Nummer zwei SABMiller, Großbritannien, fast am Ziel. Die Konzerne hätten sich auf grundsätzliche Punkte für eine Fusion geeinigt, so beide Unternehmen. Das neue Gebot liegt bei 92 Milliarden Euro. Das wäre der bisher größte Deal in diesem Jahr und eine der größten Übernahmen in der Wirtschaftsgeschichte.

Meinung

Meine große Frage ist, ob das gut ist für die Verbraucher

Etwa jedes dritte Bier weltweit käme dann aus den Kesseln des Gemeinschaftsunternehmens. Anheuser-Busch erreichte 2014 einen weltweiten Marktanteil von gut 21 Prozent, SABMiller rund 15 Prozent.

Zum Imperium von Weltmarktführer Anheuser-Busch InBev gehören Marken wie Beck’s, Budweiser und Corona. SABMiller bringt Fosters, Grolsch, Miller, Peroni and Pilsner Urquell ein.

Mike Ingram – BGC Partners, London:

“Meine große Frage ist, ob das gut ist für die Verbraucher. Klar, dass da sowas entsteht wie eine OPEC für Bier mit einem enormen Weltmarktanteil, einer enormen Preismacht. Und ja, die Wettbewerbsbehörden müssen den Deal ja noch durchwinken. Das wird noch bedeutende Veräußerungen in Nordamerika und in China geben.”

Schon seit Jahren wird über ein Zusammengehen beider Konzern spekuliert. SABMiller hat schon mehrere Offerten zurückgewiesen. Bei so dominanten Zusammenschlüssen müssen die Konzerne üblicherweise Firmenteile verkaufen oder bestimmte Märkte aufgeben, um grünes Licht der Behörden, etwa in Brüssel, zu bekommen.

Die Branche steht unter Druck: In den Industrieländern geht der Bierdurst zurück, die Biertrinker gehen mit der Mode und haben mehr Auswahl. Die großen Standardsorten leiden. Die Konzerne reagieren mit Mischgetränken und Nischensorten. SABMiller ist in Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum stark, AB Inbev in Mittel- und Südamerika.

su mit dpa

DIE GRÖSSTEN BRAUGRUPPEN (Ende 2014, mit dpa)

Konzern Land Bierausstoß* Weltmarkt-Anteil

1 AB Inbev Belgien 411,5 Mio.hl 21,0%
2 SABMiller Großbritannien 187,8 Mio.hl 9,6% (ohne Beteiligung an CRB 58 Mio.hl 3.0%)
3 Heineken Niederlande 181,3 Mio.hl 9,3%
4 Carlsberg Dänemark 122,8 Mio.hl 6,3%
5 CRB China 118,4 Mio.hl 6,0%
6 Tsingtao China 76,2 Mio.hl 3,9%
7 Molson-Coors USA/Kanada 59,0 Mio.hl 3,0%
8 Yanjing China 53,1 Mio.hl 2,7%
9 Kirin Japan 46,6 Mio.hl 2,4%
10 BGI/Castel Frankreich 31,7 Mio.hl 1,6%
. . .
21 Radeberger Deutschland 11,7 Mio.hl 0,6%
25 Oettinger Deutschland 9,3 Mio.hl 0,5%
32 Bitburger Deutschland 7,2 Mio.hl 0,4%

  • in Millionen Hektolitern
    - Quelle: «Barth-Berichte»