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El Niño und der Quelccaya-Gletscher

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El Niño und der Quelccaya-Gletscher

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Mit 44 Quadratkilometern Ausdehnung gilt die Quelccaya-Eiskappe als größtes tropisches Eisfeld der Welt. Der Gletscher befindet sich in der

Mit 44 Quadratkilometern Ausdehnung gilt die Quelccaya-Eiskappe als größtes tropisches Eisfeld der Welt. Der Gletscher befindet sich in der Cordillera de Vilcanota im Süden Perus. Mit Sorge beobachten Forscher vor Ort die Rückzugsrate des Gletschers (von mittlerweile 30 Metern im Jahr). Sie untersuchen insbesondere den Einfluss des Klimaphänomens El Niño.

Douglas Hardy, Climate Research Center, University of Massachusetts: “El Niño wird von den Oberflächentemperaturen des Pazifiks angetrieben, die, wie wir wissen, in engem Zusammenhang mit den Temperaturen in im gesamten Andengebiet, von Bolvien bis Peru stehen.”

Die 2003 auf dem Gletscher errichtete Wetterstation misst Luftdruck, Temperatur und Feuchtigkeit, Infrarotstrahlung, Windrichtung und Geschwindigkeit. Das derzeit aktive El-Niño-Phänomen dürfte Ende 2015 seinen Höhepunkt erreichen. Nach Einschätzung von Experten könnte sich das unregelmäßig auftretende Wetterereignis dieses Mal besonders intensiv auf die Andenregion auswirken.

Douglas Hardy: “Wir können hier oben regelmäßig Messungen auf einer ganz präzisen Höhe in der Atmosphäre durchführen. Und wir können diese Messungen mit den Satellitendaten und dem Wetterballon abgleichen. Und wir können die unterschiedlichen Trends analysieren und feststellen, ob sich die Luft in dieser ganz bestimmten Höhe erwärmt oder abkühlt, sämtliche Temperaturschwankungen oder Veränderungen der Luftfeuchtigkeit.”

Dass El Niño dieses Mal besonders stark ist, leiten Wissenschaftler davon ab, dass die Temperaturen der Pazifikoberfläche am Äquator Prognosen zufolge mindestens zwei Grad höher als sonst sein werden. Die Forscher auf dem Quelccaya-Gletscher werden die Veränderungen besonders genau verfolgen.