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Herbstprognose: Flüchtlingsausgaben "wie kleines Konjunkturprogramm"

Die deutsche Wirtschaft bleibt trotz schwächelnder Weltwirtschaft auf Wachstumskurs und steuert aus Sicht der Bundesregierung auf einen

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Herbstprognose: Flüchtlingsausgaben "wie kleines Konjunkturprogramm"

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Die deutsche Wirtschaft bleibt trotz schwächelnder

Meinung

Die Investition jetzt in die Kinder der Flüchtlingsfamilien wird dem Land viel Geld sparen

Weltwirtschaft auf Wachstumskurs und steuert aus Sicht der Bundesregierung auf einen Beschäftigungsrekord zu – mehr als 43 Millionen im kommenden Jahr. Das sei eine gute Voraussetzung für die Integration von Flüchtlingen, sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nach der Vorlage der Herbstprognose.

Für das laufende Jahr korrigierte die Bundesregierung zwar das Konjunkturplus leicht von 1,8 auf 1,7 Prozent und ist damit etwas vorsichtiger als führende Wirtschaftsforscher. Für 2016 rechnet sie weiter mit plus 1,8 Prozent.

Nick Parsons, National Australian Bank (NAB), London:

“Es gibt keinen Zweifel, dass der Abschwung in China und anderswo in Asien und Lateinamerika Wirkung zeigt. Und in dem Maße, in dem Produkte aus Deutschland gefragt sind, vor allem Premium-Produkte, meine ich, könnte auch Deutschland Auswirkungen spüren – der Rückenwind kommt plötzlich von vorne.”

Die zusätzlichen Milliarden für Schulen, Kitas und Bildung als Reaktion auf die Flüchtlingszahlen wirkten wie ein kleines Konjunkturprogramm, hofft dagegen Gabriel. «Die Investition jetzt in die Kinder der Flüchtlingsfamilien, das ist eine Investition, die dem Land viel Geld sparen wird.» 

Auf die Wirtschaftsprognose habe die
Entwicklung bei Volkswagen keinen nachhaltigen Einfluss, betonte der Wirtschaftsminister.

Die Nettolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer nehmen in diesem Jahr der Regierungsprognose zufolge um 2,6 Prozent und im kommenden Jahr um 2,4 Prozent zu.  «Die deutlichen Einkommenszuwächse in Verbindung mit dem niedrigen Preisniveauanstieg ermöglichen eine deutliche Ausweitung der privaten
Konsumausgaben», heißt es. Sie dürften im Jahresdurchschnitt preisbereinigt um je 1,8 Prozent zunehmen. «Die Konsumausgaben der privaten Haushalte bilden nach wie vor den Tragpfeiler für das
Wachstum in Deutschland.»

su mit dpa, Reuters