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Abbas übt Kritik an israelischen Sicherheitsmaßnahmen: "Hässliches Gesicht des Rassismus"

In Jerusalem hat es am Mittwoch zwei weitere tödliche Zwischenfälle gegeben. An einer Bushaltestelle stach ein Palästinenser auf eine 70-jährige Frau

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Abbas übt Kritik an israelischen Sicherheitsmaßnahmen: "Hässliches Gesicht des Rassismus"

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In Jerusalem hat es am Mittwoch zwei weitere tödliche Zwischenfälle gegeben. An einer Bushaltestelle stach ein Palästinenser auf eine 70-jährige Frau ein und verletzte sie leicht. Die israelische Polizei erschoss den Täter.

Meinung

Das israelische Vorgehen droht, einen religiösen Konflikt zu entzünden, der alles zerstört. (Mahmud Abbas)

Zwei Stunden darauf wurde ein Palästinenser am Damaskus-Tor zur Altstadt erschossen, der versucht haben soll, Polizisten anzugreifen. Medienberichten zufolge war er erst 14 Jahre alt.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte, in diesen Tagen eskalieren die aggressiven Angriffe auf sein Volk, sein Land und seine heiligen Stätten. Der Rassismus zeige sein hässliches Gesicht und mache die Besetzung noch hässlicher. Das israelische Vorgehen drohe, einen religiösen Konflikt zu entzünden, der alles zerstöre.

Die USA zeigten sich angesichts der jüngsten Ereignisse “tief besorgt”. Israel hätte in einigen Fällen möglicherweise “übertriebene Gewalt” angewandt, hieß es seitens des US-Außenministeriums. Polizeiminister Gilad Erdan von der konservativen Regierungspartei Likud sagte dem israelischen Armeesender, das US-Außenministerium sei Israel gegenüber “traditionell feindselig” eingestellt und warf den USA eine “verzerrte Sicht” des Konflikts vor.

US-Außenminister John Kerry sei sehr entschlossen, bald in die Region zu reisen, sagte sein Sprecher John Kirby.

Bei der Serie palästinensischer Schuss- und Messerattacken sind seit Monatsbeginn sieben Israelis getötet worden. Mehr als 30 Palästinenser wurden getötet, die Hälfte davon Attentäter, die im Zuge ihrer Anschläge erschossen wurden. Die anderen starben bei
Konfrontationen im Westjordanland und am Gaza-Grenzzaun.

Das Deutschlandradio Kultur hat den Historiker Tom Segev zu den Hintergünden der neuen Welle der Gewalt interviewt. Er sagt: “Es ist keine Intifada wie die zwei ersten Intifadas es waren, das ist eine Facebook-Intifada, das sind junge Leute, vielleicht 19, 18… einer sogar 13.”