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Bahntrasse Lyon-Turin: Schriftsteller Erri De Luca nach Sabotageaufruf freigesprochen

Ein italienischer Schriftsteller ist nach einem Sabotageaufruf freigesprochen worden. In dem Fall ging es um die geplante Bahnstrecke für

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Bahntrasse Lyon-Turin: Schriftsteller Erri De Luca nach Sabotageaufruf freigesprochen

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Ein italienischer Schriftsteller ist nach einem Sabotageaufruf freigesprochen worden.

In dem Fall ging es um die geplante Bahnstrecke für Hochgeschwindigkeitszüge durch die Alpen zwischen Frankreich und Italien.

Erri De Luca gehört zu den Gegnern der milliardenteuren Trasse, zu der ein fast sechzig Kilometer langer Tunnel durch die Berge gehört.

Vor Gericht sagte De Luca, er stehe dazu, dass man diese Strecke bremsen und behindern, also sabotieren müsse. Das sei eine rechtmäßige Verteidigung der Gesundheit, der Erde, der Luft und des Wassers einer bedrohten Gemeinschaft.

Bilder von den Protesten 2011 (mit italienischen O-Tönen)

2013 waren zwei Gegner der Strecke festgenommen worden, mit Brandsätzen und Drahtscheren.

Erri De Luca sagte damals der Internetzeitung “Huffington Post”, die Strecke müsse sabotiert werden: Dafür brauche man eben solche Scheren. Das sei kein Terrorismus.

Die für den Bau zuständige Firma verklagte ihn trotzdem. Der Grund: Mit seiner Äußerung gefährde De Luca ihre Mitarbeiter.

Die Richterin urteilte nun aber zugunsten der Meinungsfreiheit. Ob die Kläger dagegen Berufung einlegen, ist noch unbekannt.

Die Bahnstrecke zwischen Lyon und Turin soll ab nächstem Jahr gebaut werden. Ihre Befürworter sehen in ihr einen wirtschaftlichen Nutzen, die Gegner eine Umweltgefahr und Geldverschwendung.

Vor allem 2011 kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Trassengegnern. Dafür wurden fast fünfzig Protestierende dieses Jahr zu Haftstrafen verurteilt, nur wenige freigesprochen.