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Börse feiert Revolution von oben in der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank spaltet ihr Investmentbanking auf in Handelsgeschäft und die Beratung großer Unternehmen bei Fusionen oder Börsengängen. Auch

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Börse feiert Revolution von oben in der Deutschen Bank

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Die Deutsche Bank spaltet ihr Investmentbanking auf in Handelsgeschäft und die Beratung großer Unternehmen bei Fusionen oder Börsengängen. Auch andere Sparten werden neu geordnet: In der Vermögensverwaltung werden wohlhabende Privatkunden künftig in einer eigenständigen Einheit bei der Privat- und Geschäftskundenbank betreut. Das Asset Management bearbeitet künftig ausschließlich institutionelle Kunden und das Fondsgeschäft. Mehrere Spitzenmanager müssen gehen. Die Revolution von oben nach einer Aufsichtsratssitzung am Wochenende ist bei den Anlegern gut angekommen.

Meinung

Investmentbanking als Kundendienstleistung, nicht mehr als Selbstzweck

Die Aktien standen mit einem Plus von bis zu 3,1 Prozent an der Dax-Spitze. Dies war der höchste Stand seit knapp sechs Wochen.

Analyst Chris Beauchamp, IG, London:

“Die Deutsche hat im Kampf um eine Richtung eine lange Zeit mit zwei Vorständen zugebracht und versucht, zu den US-Kollegen aufzuschließen. Sie wirkt ein bisschen wie ein Fisch auf dem Trockenen. Mit dem Wechsel in der Geschäftsführung ist ein Anfang gemacht und es wird Zeit brauchen. Aber es ist ein guter Anfang.”

Laut Hans-Peter Burghof vollzieht die Deutsche Bank unter dem neuen Chef John Cryan einen überfälligen Schritt. «Die Deutsche Bank zieht nach, was andere schon vollzogen haben: Sie sieht das Investmentbanking nun in erster Linie als Kundendienstleistung, nicht mehr als Selbstzweck», so der Professor von der Universität Hohenheim. Zu lange habe es vorrangig dem Zweck gedient, möglichst viel am Kunden zu verdienen.

Das Investmentbanking galt lange als wichtigster Gewinnbringer der Bank. Das sei allerdings mit Risiken für den Ruf des Hauses und auf
Kosten juristischer Auseinandersetzungen teuer erkauft worden.

Ende Oktober soll die “Strategie 2020” im Detail präsentiert werden. Insider rechnen mit dem Abbau mehrerer tausend Stellen.

su mit Reuters