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"Made in China": Neue Atomkraftwerke in Großbritannien

Chinas Präsident Xi Jinping und der britische Premierminister David Cameron haben sich bei einem Treffen in London auf den Neubau eines Atomreaktors

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Chinas Präsident Xi Jinping und der britische Premierminister David Cameron haben sich bei einem Treffen in London auf den Neubau eines Atomreaktors mit chinesischer Technik in Südengland geeinigt.

Zunächst wird sich ein chinesisches Nuklear-Unternehmen gemeinsam mit dem französischen Energieversorger EdF am Bau zweier Reaktoren in Hinkley Point, in der Grafschaft Somerset,beteiligen. China zeigte sich erfreut über die verstärkte, wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Die britischen Medien üben seit Tagen Kritik am pompösen Empfang des Chinesen. So hatte Großbritannien zuletzt viele Stellen in der Stahlindustrie abbauen müssen. Dafür werden u.a. billige chinesische Stahlimporte verantwortlich gemacht.

Bei der heutigen Pressekonferenz antwortete Cameron auf die Frage einer Journalistin, welchen Preis Großbritannien bereit sei für chinesische Investitionen zu zahlen:
“Wenn Sie davon ausgehen, dass man mit China entweder über die Stahlindustrie oder die Menschenrechte reden kann, oder dass wir ausschließlich eine gute Geschäftsbeziehung zu China aufbauen können, muss ich Ihnen widersprechen. Ich behaupte nach 5 Jahren im Amt, dass wir beides haben können und müssen.”

Dies bedeute nicht, dass man stets einer Meinung sei.

Das britische Königshaus hatte den Gast mit demonstrativen Pomp empfangen. Ein Höhepunkt war das Staatsbankett, an dem auch Prinz William und seine Frau Kate teilnahmen.

Auf den Straßen Londons begrüßten Tausende den chinesischen Gast und seine Ehefrau. Unweit der jubelnden Menge gab es auch Proteste gegen Chinas Tibet-Politik und Menschenrechtsverletzungen.